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Instrumente innerparteilicher Demokratie : ein digitales Dossier aus vergleichender Perspektive
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FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG POLITIK FÜR EUROPA 26 »Warum nur für Mitglieder? Mit dem Mitgliederbegehren wollen wir eine neue Mög­lichkeit schaffen, sich als Mitglied aktiv an den innerpartei­lichen Prozessen zu beteiligen und mitzubestimmen.« (Beteiligung.Gruene.de 2019a) Beteiligung Dem Zwischenbericht zum Programmprozess zufolge hat­ten sich in der ersten Diskussionsphase bis März 2019 be­reits»über 1 000 Grüne Mitglieder() online über Beteili­gungsgrün«(Bündnis 90/Die Grünen 2019a: 72) beteiligt, indem sie insgesamt 221 Begehren in das Beteiligungsgrün eingebracht haben(Angabe von der mitgliederexklusiven Startseite des Beteiligungsgrün; zur Funktionslogik des Ins­truments siehe Abschnitt 4.2.5). 4.1.6 DER PROGRAMMPROZESS DER CDU (2018–HEUTE) Initiative, Entstehungskontext und Ziel Über zehn Jahre nach der Verabschiedung ihres gegenwär­tig gültigen Grundsatzprogrammes befindet sich auch die CDU seit 2018 und noch bis voraussichtlich 2020 in einem Prozess auf dem Weg zu einem neuen Grundsatzpro­gramm. Der Prozess geht auf einen Parteitagsbeschluss vom Februar 2018 zurück(CDU 2018a), den der Bundesvor­stand der CDU initiiert hatte. Ziel ist es, mit dem neuen Grundsatzprogramm einen Kompass für»Orientierung im unwegbaren Gelände[zu] schaffen«(Kramp-Karrenbauer 2018: 20). »Die CDU macht sich auf den Weg: Nach 1978, 1994 und 2007 wollen wir uns 2020 ein neues Grundsatzprogramm geben. Wer einen Blick in die früheren Grundsatzprogram­me wirft, dem fällt eines auf: Bei aller notwendiger Verän­derung, bei allem Wandel und aller Modernisierung wir stehen als Christlich Demokratische Union auf einem fes­ten Wertefundament. Unser Bekenntnis zum christlichen Menschenbild, zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirt­schaft und zu unseren drei Wurzeln der christlich-sozia­len, der liberalen und der konservativen: All das ist Grund­lage unserer Politik für unser Land und seine Menschen. Gestern, heute und in Zukunft.« (CDU.de 2019a) Gegenstand Gegenstand des Programmprozesses der CDU ist die Erar­beitung eines neuen Grundsatzprogrammes; Änderungen am Statut der Partei sind nicht vorgesehen. Schritte und Instrumente Der Prozess zum neuen Grundsatzprogramm der CDU glie­dert sich in drei Phasen: Zuhören(2018), Diskutieren(2019) und Entscheiden(2020)(CDU.de 2019b). Die erste Phase fand von April bis September 2018 in Gestalt einer Zuhör-Tour statt, in deren Rahmen die Parteimitglieder der damaligen CDU-Ge­neralsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer auf rund 50 Veranstaltungen ihre»Fragen, Anregungen und Ideen für das neue Grundsatzprogramm mit auf den Weg gegeben«(eben­da) haben. Ergänzt wurden die Vor-Ort-Termine im ganzen Land durch Live-Schalten über CDU Live, dem mitgliederex­klusiven Videokanal im Intranet der CDU(CDU.de 2018). Auch schriftlich oder telefonisch konnten die Mitglieder Ideen und Anregungen einreichen(CDU.de 2019b). Im Anschluss wur­den alle auf der Zuhör-Tour erfassten Anliegen parteiintern »zusammengetragen, ausgewertet, nach Schwer­punkten ge­ordnet und in Leitfragen für das neue Grundsatzprogramm zusammengefasst«(CDU.de 2019c). »Maßgeblich war dabei die Überlegung: Welche grund­sätzliche Frage steckt hinter den jeweiligen Ideen der Mit­glieder? Das Ergebnis sind 12 Leitfragen mit jeweils 12 Un­terfragen.« (CDU.de 2019b) Die in dieser Weise in der Parteizentrale formulierten Leitfra­gen wurden am 15. Oktober 2018 vom Bundesvorstand der CDU als Antrag für den Parteitag am 7./8. Dezember 2018 beschlossen(CDU 2018b). Der Parteitagsbeschluss über die zwölf Leitfragen zum neuen Grundsatzprogramm markiert den Abschluss der ersten Phase des Programmprozesses der CDU. In der zweiten Phase Diskutieren sollen nun im Laufe des Jahres 2019 Antworten auf die vom Parteitag be­schlossenen Leitfragen gefunden werden. Die Mitglieder so­wie die Parteigliederungen und-verbände sind daher aufge­fordert, bis zum 31. Oktober 2019 ihre Antworten auf die Leitfragen und Unterfragen einzureichen(CDU.de 2019b). Dies ist auch über das Intranet der Partei möglich: CDUplus. »Ziel ist es, dass die gesamte Partei Antwortideen disku­tiert und debattiert. Deshalb sind alle Verbände vor Ort und ihre Mitglieder eingeladen und aufgefordert, ihre Antworten innerhalb der Mitgliedschaft zu diskutieren, um dann gemeinsame Antwortvorschläge in den weite­ren Prozess einzubringen.« (CDU.de 2019b) Die Bundespartei stellt ihren Gliederungen dabei ein»mul­timediales Toolkit«(CDU 2018c: 3) zur Unterstützung der Abbildung 12 Phasen und Instrumente des Grundsatzprogrammprozesses der CDU(2018–heute) Zuhör-Tour (2018) Beschluss der 12 Leitfragen (Ende 2018) Diskussion in der Partei (bis 31.10.2019) Klausuren und Entwurf (Herbst 2019) Antwort-Tour (Frühjahr 2019) Arenen und Antrag (2. Hälfte 2020) Parteitagsbeschluss (Ende 2020)