Instrumente innerparteilicher Demokratie 159 4.7 FACEBOOK Sowohl einige der Apps(Abschnitt 4.5) als auch die WhatsApp-Broadcast-Listen(Abschnitt 4.6.1) regen ihre Nutzer_innen beziehungsweise Abonnent_innen vielfach dazu an, Meldungen und SharePics über deren Social-Media-Accounts hinaus in die digitale Welt zu senden. Am häufigsten ist dabei die Handlungsaufforderung, diesen Content über Facebook zu teilen. Da die Parteien mit Facebook ein weit verbreitetes kommerzielles soziales Netzwerk nutzen und dabei in aller Regel – anders als im Falle von WhatsApp und den dortigen Broadcast-Listen – keine zusätzlichen Funktionskanäle schaffen(Abschnitt 4.7.3), ist Facebook als Instrument der Kommunikation als invented space(Abschnitt 2.2) zu verstehen. Gleichwohl zeigt die Forschung zur Nutzung von Facebook durch politische Parteien, dass diese das deliberative, diskursive Potenzial eines sozialen Netzwerks mit der Reichweite von Facebook bei Weitem nicht ausschöpfen, sondern lediglich bewährte Strategien ihrer Offline-Kampagnen in den digitalen Raum übertragen(Evers 2019: 395f.). Dazu kommt, dass Facebook seinerseits bestrebt ist, die Transparenz politischer Werbung im Netzwerk zu erhöhen, indem es die Richtlinien zur Verifizierung von politisch Werbetreibenden und die Anforderungen an die Kenntlichmachung politischer Werbung sukzessive erhöht(König 2019; Facebook 2019d), was wiederum den Handlungsspielraum der auf Facebook aktiven politischen Parteien beschränkt. 4.7.1 OFFIZIELLE FACEBOOK-SEITEN DER PARTEIEN Entstehungskontext und Ziel Alle untersuchten Parteien nutzen Facebook auf vielfältige Art und Weise zur Kommunikation und Information. Wie bei den WhatsApp-Broadcast-Listen(Abschnitt 4.6.1) kann dabei nicht unterschieden werden, wer Parteimitglied ist und wer nicht. Adressat_innen Die Parteien posten ihre Inhalte öffentlich, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen. Registrierte Facebook-Nutzer_innen können den Account einer jeweiligen Partei entweder»abonnieren« oder»liken« beziehungsweise»Gefällt mir« drücken. Wer eine Seite bloß»abonniert«, kann auswählen, ob und wie sichtbar er/sie Benachrichtigungen der Partei-Seite erhalten möchte und wie prominent diese im»Feed«, also der Startseite der Benutzer_innenoberfläche von Facebook, platziert werden. Selbstverständlich sind jene, denen eine Partei auf Facebook»gefällt«, nicht automatisch Stammwähler_innen oder gar Mitglieder dieser Partei(s. Abb. 200). Vor diesem Hintergrund sind die offiziellen Facebook-Seiten der Parteien nicht als genuine Instrumente der innerparteilichen Demokratie beziehungsweise Kommunikation zu verstehen. Dennoch spielt diese Kommunikation nach außen wie nach innen eine wichtige Rolle. Abbildung 200 Offizielle Facebook-Seiten der untersuchten Parteien:»Gefällt mir«-Angaben und Abonnent_innen(8/2019) 1 1 . 2 2 0 0 0 0 .0 . 0 0 0 00 »Gefällt mir«-Ang „G a e b fä e l n lt mir“-Angaben Abonnent*innen Abonnent_innen 1 1 . 0 0 0 0 0 0 .0 . 0 0 0 00 8 8 0 0 0 0 .0 . 0 0 0 00 6 6 0 0 0 0 .0 . 0 0 0 00 4 4 0 0 0 0 .0 . 0 0 0 00 2 2 0 0 0 0 .0 . 0 0 0 00 0 0 Bündnis 90/ CDU CSU LaREM Labour LPC ÖVP Píratar SocialdemoSPD SPÖ Die Grünen Party kraterna
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Instrumente innerparteilicher Demokratie : ein digitales Dossier aus vergleichender Perspektive
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