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Baustelle Familienpolitik : warum der gestaffelte Mutterschutz nur ein guter Anfang sein darf
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IMPULS Natascha Sagorski Baustelle Familienpolitik: Warum der gestaffelte Mutterschutz nur ein guter Anfang sein darf Auf einen Blick Der gestaffelte Mutterschutz tritt ab dem 1.6.2025 in Deutschland in Kraft und bedeutet eine Ausweitung des vorher geltenden Mutterschutzes. Er baut sich ent ­sprechend der Anzahl der Schwangerschaftswochen auf und kann als freiwilliges Angebot von Frauen be­reits nach Fehlgeburten ab der 13. Woche in Anspruch genommen werden. Der gestaffelte Mutterschutz ist ein wichtiger Schritt, es braucht darüber hinaus aber eine weitere Stärkung von Frauen rund um Schwan­gerschaft und Geburt und endlich mehr politische Initiative für eine gerechte Familienpolitik. Was ist der gestaffelte Mutterschutz? Mit Einführung des gestaffelten Mutterschutzes wird die bisherigeFallbeilregelung entschärft. Zuvor hatten Frau­en nur dann Anspruch auf Mutterschutz, wenn die Schwan­gerschaft mindestens die 24. Woche erreicht hatte, das Kind mehr als 500 Gramm wog oder es bei der Geburt kurz gelebt hat. Das führte in der Praxis dazu, dass Frauen, wenn sie am letzten Tag der 23. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erlitten, keinerlei Anspruch auf Mutter ­schutz hatten. Fand diese aber einen Tag später, am ersten Tag der 24. Schwangerschaftswoche statt, bestand An ­spruch auf 18 Wochen Mutterschutz(verlängerter Mutter ­schutz wegen Frühgeburt). Diese Regelung führte zu einer nicht begründbaren Ungleichbehandlung und berücksich ­tigte nicht, dass Frauen nach einer Schwangerschaft, auch wenn sie ein Kind tot geboren haben, ein Wochenbett be ­nötigen. Verschiebung des Fokus auf die Frau Der gestaffelte Mutterschutz ist ein Schritt zu mehr Selbst­bestimmung für Frauen in der Ausnahmesituation Fehlge­burt. Wurde bei der alten Regelung noch die Festsetzung des Zeitpunktes, ab dem der Anspruch auf Mutterschutz besteht, von der Lebensfähigkeit des Kindes abhängig ge ­macht, so bezieht sich der Anspruch beim gestaffelten Mutterschutz nun auf die Schwangerschaft der Frau. Es ist für den Anspruch irrelevant, dass in der 13. Schwanger ­schaftswoche noch kein Fötus außerhalb des Mutterleibs Baustelle Familienpolitik: Warum der gestaffelte Mutterschutz nur ein guter Anfang sein darf 1