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Demokratie macht Schule?! : Politische Bildung und Demokratiebildung an Berliner Schulen 2024/25
Entstehung
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dene(Bildungs-)Privilegien 111 einhergehen, sind diese ebenfalls unausgeglichen auf die Schulformen verteilt. Da sich(Bildungs-)Privilegien häufig in den indivi­duellen Einstellungen widerspiegeln, lässt sich eine schultypspezifische Verteilung der Einstellungen für die vorliegende Studie annehmen: So geht ein hohes kultu­relles Kapital beispielsweise oft mit einem politisch interessierten Elternhaus einher. Gemäß internationalen Studien schätzen sich Schüler:innen selbst überdurch­schnittlich interessiert in Ländern ein, in denen auch den Erziehungsberechtigten ein überdurchschnittliches politisches Interesse zugesprochen wird. Gleiches gilt für ein unterdurchschnittliches Interesse(vgl. Ziemes/Deimel 2024: 85). Dieser Befund unterstreicht die mögliche kompensatorische Bedeutung schulischer politi­scher Bildung für Schüler:innen aus weniger politisch interessierten Elternhäusern. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass kulturelles Kapital und häusliche Unterstützungsmöglichkeiten bei schulischen Aufgaben zusammen­hängen: Dass zu Hause nie oder selten jemand helfen kann, berichten 45 % der Befragten mit geringem kulturellen Kapital, mit hohem lediglich 23 %. Ein un ­gleiches Bild zeichnet sich auch für die Schulformen ab. 40 % der Befragten an den OSZ/beruflichen Schulen können nach ihren Aussagen selten oder nie zu Hause auf Unterstützung bei schulischen Aufgaben zurückgreifen. An den ISS/ GemS sind es gut 30 %, an den Gymnasien circa 25 %. Geringes kulturelles Kapital überlagert sich zudem häufig intersektional 112 mit familiärer Migrationsgeschichte. 113 In der vorliegenden Studie wurde eine inter­nationale Migrationsgeschichte unter anderem dann vermutet, wenn die Befragten zu Hause eine andere Sprache als Deutsch oder weitere Sprachen neben Deutsch sprechen. Kreuzt man diese Variable mit der Höhe des kulturellen Kapitals, zeigt sich, dass 65 % der befragten Schüler:innen mit geringem kulturellen Kapital eine Migrationsgeschichte haben. Dagegen sprechen gut 60 % der Befragten mit hohem kulturellen Kapital nur deutsch zu Hause, während nur etwa 35 % Schüler:innen mit hohem kulturellen Kapital neben Deutsch auch andere Sprachen zu Hause sprechen. 111  Bildungsprivilegien ergeben sich zum Beispiel durch ein besonders kulturell, politisch, an Bildung interessiertes Umfeld/Elternhaus, durch Urlaube, Netzwerke etc. 112 Intersektional meint, dass eine Mehrfachdiskriminierung vorliegen kann, wenn Individuen von mehreren Diskriminierungsformen gleichzeitig betroffen sind und sich diese gegenseitig beeinflussen, aber auch verstärken, zum Beispiel Gender und Class(vgl. Crenshaw 1989). 113  AlsPersonen mit Migrationshintergrund gelten Menschen, die selbst oder deren Eltern nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden. AlsMenschen mit Migrationsgeschichte gelten Personen, die seit 1950 selbst zugewandert sind oder deren Eltern beide zugewandert sind(Statistisches Bundesamt 2023). Kernaussagen und Handlungsempfehlungen 315