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Demokratie macht Schule?! : Politische Bildung und Demokratiebildung an Berliner Schulen 2024/25
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Insgesamt mag sich anhand der Ergebnisse die didaktische Prämisse bestätigen, dass der Unterricht, wenn er problemorientiert, aktuell, kontrovers, multiperspekti­visch und exemplarisch ist, zugleich weniger langweilig, oberflächlich oder insti­tutionenkundlich 128 zu sein scheint. Die recht umfassende Berücksichtigung der Prinzipien zeigt für diese Befragtengruppe einen engagierten Politikunterricht und engagierte Lehrkräfte. Allerdings sprechen die doch wahrnehmbaren Unter­schiede in den Angaben der Jahrgangsstufen und vor allem an den OSZ/beruf­lichen Schulen für eine noch stärkere Berücksichtigung didaktischer Prinzipien in allen Jahrgängen und Schulformen, insbesondere mit Blick auf die Chancen zur Kompetenzförderung. Zugleich zeigt sich, dass die Befragten an den ISS/GemS und OSZ/beruflichen Schulen den Unterricht anders als die anderen Gruppen als teilweise zu kompliziert empfinden. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der Unter­richtsstoff leichter verständlich präsentiert werden sollte. Schließlich mag eine weitere Herausforderung in dem besonderen Bedarf an didaktischer Reduktion und Differenzierung für die besonders heterogenen Lernenden an den ISS/GemS und OSZ/beruflichen Schulen liegen. Schließlich geben an diesen Schulformen auch mehr Schüler:innen als am Gymnasium an, dass sie zu Hause selten bis nie Unterstützung erfahren(vgl. Kernaussage 1). 7.6 Zahlreiche Inhalte im Politikunterricht mit Ausnahmen: Verschwörungsglauben, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Medien, Rechtsextremismus Insgesamt werden die zentralen Inhalte der Rahmenlehrpläne laut den befragten Schüler:innen unterrichtet. Die eher geringen Unterschiede in den Angaben zur Häufigkeit der Themen(auf einer dreistufigen Skala:nie,ab und zu,oft) im Jahrgangsstufenvergleich der Klassen 9–10 und 11–13 unterstreichen die Stärkung des FachesPolitische Bildung in der Sekundarstufe 1. Die vorhandene Unter ­richtszeit wird für viele Themen der politischen Bildung genutzt. Besonders häufig werden im Durchschnitt Demokratie in Deutschland, Grund- und Menschenrechte sowie Konflikte, Krieg und Frieden genannt. Von den beiden ersten Themen wurde schon in den Vorgängerstudien häufig berichtet(Achour/Wagner 2019; Achour/ 128  Unter Institutionenkunde wird ein Unterricht verstanden, der stark reduziert ist auf das Lernen von Aufgaben und Funktionen politischer Institutionen und Akteur:innen(Polity), ohne dass diese in konkreten politischen Inhalten (Policy) sowie Aushandlungen und Konflikten(Politics) im Unterricht thematisiert werden. Bei Berücksichtigung nur einer der drei Dimension des Politischen(Polity, Policy, Politics) liegt dem politischen Lernen ein stark reduzierter Politikbegriff zugrunde, der es den Schüler:innen erschwert, Politik so zu verstehen, wie sie ihnen in der Gesellschaft begegnet. Kernaussagen und Handlungsempfehlungen 325