Druckschrift 
Demokratie macht Schule?! : Politische Bildung und Demokratiebildung an Berliner Schulen 2024/25
Entstehung
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gegen weitreichende Entwicklungen politischer und ökonomischer Strukturen. Umso mehr braucht es die Einbindung junger Menschen insgesamt, aber vor allem sozioökonomisch benachteiligter Gruppen in Debatten und Aushandlungspro­zesse zu den Themen Klima und Nachhaltigkeit. Diese setzen oft ein fundiertes Wissen voraus, das im Rahmen politischer Bildungsprozesse sowie außerschuli­scher Kooperationen erworben werden kann. Bedeutungsvoll hinsichtlich der Implementierung des Themas sind die Ergebnisse der OSZ/beruflichen Schulen: Die Befragten geben hier häufiger als diejenigen an anderen Schulformen an, dass diese Themen aufgegriffen werden, und sie sind auch die Gruppe, die ein besonders differenziertes Konzept von Nachhaltigkeit hat. Das lässt auf mögliche positive Effekte von Unterrichtsinhalten schließen und für eine gute und umfas­sende politische Bildung für Nachhaltigkeit und im thematischen Kontext der Klimakrise plädieren. 7.7 Berliner Gesamtstrategie politische Bildung: Erfolge und Erfordernisse Die Gesamtstrategie politische Bildung in Berlin trägt der Überzeugung Rechnung, dass politisches Lernen nicht nur im Politikunterricht selbst stattfindet, sondern auch als fachübergreifendes Lernen, im Rahmen demokratiebildender Angebote (zum Beispiel Klassenrat, Schüler:innenvertretung, politikbezogene AGs/Projekte), in Form von Treffen mit politischen Akteur:innen sowie in Kooperationen mit au­ßerschulischen Trägern. Letzteres wurde bis Ende 2024 zur Förderung von Schul ­entwicklungsprozessen im Sinne einer demokratischen, an Grund- und Menschen­rechten orientierten Schule von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie jährlich mit 2.700 Euro pro Schule unterstützt, so der Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses zum Haushaltsgesetz über den Doppelhaushalt 2020/21(vgl. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie 2019). Dass mit dieser Förderung die demokratische Schulentwicklung möglicherweise erfolgreich unterstützt wurde, scheint sich in den Angaben der Schüler:innen zu bestätigen. Von demokratiebildenden Formaten und Treffen mit außerschulischen Bildungsakteur:innen, nach denen die Schüler:innen explizit befragt wurden, be­richten diese umfassend. Knapp 80 % der Schüler:innen in der Gesamtkohorte sowie in einzelnen Befragtengruppen bis zu knapp 95 %(ISS/GemS 11–13) geben an, dass sie beispielsweise schon Treffen zu politischen Themen mit außerschu­lischen Akteur:innen an ihrer Schule erlebt haben. Die meisten Treffen gab es zum ThemaMitbestimmung in der Schule(50,4 % der Gesamtkohorte), darauf folgt 328 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.