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Demokratie macht Schule?! : Politische Bildung und Demokratiebildung an Berliner Schulen 2024/25
Entstehung
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Allerdings hat im Dezember 2024 das Berliner Abgeordnetenhaus für das Haus ­haltsjahr 2025 das flexible Berliner Schulbudget beschlossen. In dessen Rahmen werden die Mittel für die politische Bildung mit den Budgets für Schülerfahrten, Personalkosten, die Ausstattung der Schulbibliotheken sowie Lehr- und Lernmit­tel in einem Budget gebündelt(vgl. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin 2024). Wenn Posten wie Personal und Klassenfahrten mit politi ­scher Bildung konkurrieren, ist zu befürchten, dass dies zulasten der Angebote der politischen Bildung gehen wird. Wenn bildungspolitisch die demokratische Schulentwicklung und Förderung der Politikkompetenz weiterhin Bedeutung haben sollen, sollte die eindeutige Mittelzuwendung für den Bereich der politi­schen Bildung beibehalten werden. Es zeigt sich in den Ergebnissen deutlich, dass eine erfolgreiche bildungspolitische Steuerung vor allem entlang klarer Vorgaben und Rahmenbedingungen für politische Bildung und Demokratiebildung reali­sierbar ist. 7.8 Stärkungspotenziale demokratiebildender Angebote im Kontext sozialer Ungleichheit: Institutionalisierung und Transparenz Bei Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsangeboten werden insbesondere insti­tutionalisierte Formate(wie zum Beispiel der Klassenrat oder die Schüler:innen­vertretung, vgl. Kap. 6.2.2.2), die teils auch schulrechtlich verankert sind, von den befragten Schüler:innen wahrgenommen(vgl. ähnliche Ergebnisse in Deimel/ Berkemeyer/Hahn-Laudenberg 2024). Zugleich scheinen ebendies die Formate zu sein, in deren Rahmen Schüler:innen an Schule Engagement und Partizipation umsetzen können und bei denen sie sich politisch selbstwirksamer einschätzen. Weniger Selbstwirksamkeit berichten sie bei Aktivitäten, wie zum Beispiel online politisch etwas zu diskutieren oder sich politisch zu organisieren(vgl. Kap. 6.3.3). Das unterstreicht die Befunde dieser Studie, nach denen die Schule politisches Handeln und Räume dafür auch aus gesellschaftspolitischer Perspektive jenseits des schulischen Rahmens stärker fördern sollte(vgl. Kernaussage 10). Abgesehen von der Möglichkeit, in einemgeschützten Raum und Rahmen politisches Han­deln zu erproben, stehen solche Verankerungen von Mitbestimmung und Mit­gestaltung für Anerkennung und Respekt gegenüber Schüler:innen als Mitgestal­ter:innen der Institution Schule(Ziemes/Hahn-Laudenberg/Birindiba Batista 2024). Damit eröffnet sich die Möglichkeit zur Demokratisierung einer Institution, die letzten Endes immer von Hierarchien geprägt ist. 330 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.