7.11 Politische Selbstwirksamkeit: external hoch – internal ausbaufähig Bei den Schüler:innen offenbart sich eine deutliche Diskrepanz zwischen internaler und externaler Selbstwirksamkeit. Die Schüler:innen schätzen ihre internale Selbstwirksamkeit als(lediglich) teilweise gut ein. Sie wurde entlang verschiedener politikbezogener Aktivitäten abgefragt, zum Beispiel: einen Standpunkt zu einem umstrittenen politischen oder sozialen Problem vertreten, in den sozialen Medien etwas zu politischen Themen posten oder eine Schüler:innengruppe organisieren, um Veränderungen in der Schule zu erreichen. Die Ergebnisse verwundern insofern nicht, als die Schüler:innen auch nur verhalten von der Förderung von Handlungskompetenzen und Räumen für Mitgestaltung an der Schule berichten. Dagegen ist es ihnen aber mehrheitlich wichtig, sich über politische Themen zu informieren und Politik beeinflussen zu können(externale Selbstwirksamkeit). 131 Für eine ausgeprägte externale Selbstwirksamkeit der Schüler:innen spricht auch die mehrheitliche Ablehnung der Aussage„Ich halte es für sinnlos, mich politisch zu engagieren“. Während die Schüler:innen also einerseits politische Einflussnahme und Engagement sowie die Befähigung dazu relevant finden, fühlen sie sich andererseits nur teilweise kompetent, dies auch konkret im Rahmen politikbezogener Aktivitäten zu realisieren. Diese Diskrepanz könnte ihre positive externale Selbstwirksamkeit negativ beeinflussen. Eine dahin gehende Tendenz zeichnet sich in der Studie hinsichtlich ihres Responsivitätsempfindens ab, das heißt bei der Frage, ob sie das Gefühl haben, dass Politik, Politiker:innen, Parteien auf ihre Interessen eingehen. Dass dies weniger der Fall ist, legt die mehrheitliche Zustimmung zu der Aussage „Die Interessen zukünftiger Generationen werden zu wenig berücksichtigt“ nahe. Somit lässt sich erneut die Forderung aus Kernaussage 10 unterstreichen, inter nale Selbstwirksamkeit zu stärken, indem Handlungskompetenzen gefördert und Handlungsräume eröffnet werden, die nach Aussagen der Schüler:innen nur teilweise adressiert werden. Denn je umfassender die Schüler:innen angeben, schon einmal politisch aktiv geworden zu sein, desto höher ist ihre Selbstwirksamkeitswahrnehmung(r= 0,44, n= 948). Und auch die Wahrnehmung von Kompetenz 131 Items zur externalen Selbstwirksamkeit:„Mir ist es wichtig, mich über politische Themen zu informieren“, „Mir ist es wichtig, die Politik beeinflussen zu können“ und„Die Interessen zukünftiger Generationen werden zu wenig berücksichtigt“. 334 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
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Demokratie macht Schule?! : Politische Bildung und Demokratiebildung an Berliner Schulen 2024/25
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