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Demokratie macht Schule?! : Politische Bildung und Demokratiebildung an Berliner Schulen 2024/25
Entstehung
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Ausgleich sozialer Ungleichheiten sehr viel mehr als die Gymnasien gefordert sind. Die hohe Relevanz der Förderung von Selbstwirksamkeit lässt sich mit dem Ergeb­nis untermauern, dass mit ihr demokratiefördernde Effekte sowie eine gewisse Schutzfunktion gegenüber Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit einherzu­gehen scheinen: Schüler:innen, die sich als selbstwirksam empfinden, haben ein größeres Vertrauen in die Demokratie, in ihre Akteur:innen, setzen sich für gleiche Rechte ein und wertschätzen Vielfalt(vgl. Kap. 6.3.8 und 6.3.12). Dagegen lehnen sie Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stärker ab, 133 während Befragte, die zu menschenfeindlichen Einstellungen neigen, sich zugleich politikdistanter zeigen. 7.12 Großes politisches Interesse und Vertrauen in die Idee der Demokratie Skepsis gegenüber ihrem Funktionieren und ihren Akteur:innen Die Schüler:innen bekunden im Durchschnitt ein großes Interesse an Politik. Es zeigt sich auch kein Unterschied zwischen den Geschlechtern, wie es bis in die 2000er Jahre noch der Fall war. Dies entspricht einem Trend, den auch andere Studien wie die Shell Jugendstudie oder der Sozialbericht skizzieren. Das politi­sche Interesse steigt tendenziell mit dem Alter(und dem kulturellen Kapital) allerdings lediglich an den allgemeinbildenden Schulen, nicht an den OSZ/beruf­lichen Schulen. Die Faktoren Alter und kulturelles Kapital scheinen ebenso einen positiven Einfluss auf die Zufriedenheit mit der Demokratie als Idee, ihrem Funk­tionieren und ihren Werten(vgl. Kap. 6.3.8), auf das Vertrauen in gesellschafts ­politische Akteur:innen und öffentlich-rechtliche Medien(vgl. Kap. 6.3.9 und 6.3.10) zu haben. Das konkrete Funktionieren der Demokratie wird skeptischer gesehen als ihre abstrakte Idee. In Ersteres haben lediglich die Oberstufenschü­ler:innen am Gymnasium ein hohes Vertrauen. Vertrauen in gesellschaftspolitische Akteure hingegen wie Parteien, Bundesregierung, aber auch Umwelt-/Menschen­rechtsgruppen oder Wirtschaftsunternehmen ist(größtenteils) nur teilweise vor­handen(Kap. 6.3.9; vgl. auch Bertelsmann Stiftung 2024; Decker et al. 2024a). Einflussfaktoren wie ein geringes kulturelles Kapital, aber auch bestimmte Wahl­absichten(vor allem zugunsten der AfD oder das Nichtwählen) stehen mit demo­133  Die Index- beziehungsweise Faktorwerte zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit stehen in einem negativen Zusammenhang mit der internalen Selbstwirksamkeit. 336 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.