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Demokratie macht Schule?! : Politische Bildung und Demokratiebildung an Berliner Schulen 2024/25
Entstehung
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rinnen eher zu individualisiertem politischem Handeln tendieren, wie eine Unter­schriftenliste zu unterschreiben(w = 21,1 % vs. m = 16,3 %), einen politischen Bei ­trag zu liken oder zu teilen(w = 34,2 % vs. m = 26,0 %) oder Waren zu boykottieren (w = 32,5 % vs. m = 17,7 %). Männliche Befragte würden sich dagegen häufiger als weibliche einer politischen Gruppe oder Partei anschließen(5,9 % vs. 2,3 %) und an politischen Diskussionen im Internet teilnehmen(11,1 % vs. 6,2 %). Insgesamt neigen die Befragten eher zu einer punktuellen Partizipationsbereitschaft anstatt zu einer kontinuierlichen(zum Beispiel in Form einer Mitgliedschaft in Parteien oder NGOs). Zusammenfassend unterstreichen die Ergebnisse erneut, dass Schule als Ort die Chance bietet, politische Partizipation zu eröffnen und anzuleiten sowie soziale Ungleichheit anzugehen. Davon betroffene Schüler:innen zeigen sich in dieser Studie vor allem an der Schule, in Vereinen und Religionsgemeinschaften gesell­schaftlich engagiert. Um politische Teilhabe zu fördern, muss das Politische im gesellschaftlichen Engagement gezielt adressiert werden. Da über Vereine und religiöse Einrichtungen Jugendliche gut erreichbar sind, können Potenziale einer­seits in sozialräumlichen Kooperationen 136 mit Schule liegen, andererseits in der Verknüpfung politischer Bildung mit der Jugendarbeit(Fachstelle politische Bil­dung 2022), kultureller sowie religiöser Bildung(Achour/Schäfer 2025 i. E.). Damit einher geht, nicht nur Lehrer:innen, sondern auch Pädagog:innen in Vereinen und Religionsgemeinschaften in ihrem Verständnis als politische Bildner:innen zu professionalisieren. Dies kommt häufig zu kurz. Schließlich tragen solche Ko­operationen zur Öffnung der Institution Schule bei und unterstreichen deren Bedeutung als Institution in Gesellschaft und Demokratie. 7.14 Polykrise: Schüler:innen machen sich große Sorgen Die befragten Schüler:innen machen sich insgesamt große Sorgen. Die hohen Werte deuten darauf hin, dass die Schüler:innen die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse durchaus als Polykrise begreifen und das Leben in einer Welt mit Polykrise für die Schüler:innen eine Belastung darstellt. Die größten Sorgen be­reiten Krieg und steigende Preise, es folgen Rechtsextremismus, Hass und Feind­seligkeit, Bezahlbarkeit von Wohnraum, Klimakrise und Umweltverschmutzung. 136  Das können neben Religionsgemeinschaften und Vereinen auch Quartiersmanagement, Jugendeinrichtungen, Träger von(politischer, kultureller etc.) Bildungsarbeit sein, auch kleine Betriebe. 340 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.