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Altersarmut im Kultursektor : strukturelle Risiken, Vorsorgelücken, Handlungsbedarfe
Entstehung
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IMPULS Alexandra Manske Altersarmut im Kultursektor Strukturelle Risiken, Vorsorgelücken, Handlungsbedarfe Auf einen Blick Um die Altersvorsorge von Kulturschaffenden in Deutschland steht es nicht gut. Zwar schafft die Künstlersozialkasse(KSK) einen spezifischen Schutz­rahmen, doch führen niedrige und schwankende Ein­kommen selten zu auskömmlichen Renten. Hinzu kommt, dass rund ein Drittel der freiberuflichen Kul­turschaffenden gar nicht in der KSK versichert und damit einem besonders hohen Armutsrisiko ausge­setzt ist. Es entsteht ein gestuftes Gefährdungsprofil, das Geschlechterungleichheiten und hybride Erwerbs­verläufe weiter verschärfen. Politische Reformansätze werden nicht wirklich angegangen und verfehlen die branchenspezifischen Absicherungsbedarfe. Einleitung Kulturschaffende gehören in Deutschland zu den Berufs­gruppen, die überdurchschnittlich stark vom Risiko der Al­tersarmut betroffen sind. Viele arbeiten als Soloselbststän­dige mit unsicheren, schwankenden Einkommen und kön­nen daher kaum Vorsorge betreiben ­Altersarmut wird zur absehbaren Folge. Zwar existieren teils institutionelle Absi­cherungen wie die Künstlersozialkasse; doch garantiert eine Mitgliedschaft in der KSK nicht unbedingt eine aus­kömmliche Altersrente. Zudem bleibt ein erheblicher Teil der Kulturschaffenden außen vor und muss sich eigenver­antwortlich privat absichern. Dieser Impuls analysiert die Altersvorsorge im Kultur- und Kreativsektor. 1 Er zeigt auf, dass ein sehr großer Anteil der Kulturschaffenden mit Altersarmut rechnen muss. Die Ana­lyse liefert einen Überblick zur Datenlage, verweist auf blinde Flecken in der politischen Debatte und gibt einen Einblick in eine laufende empirische Untersuchung über Al­tersvorsorgestrategien im Kultur- und Eventbereich im Le­1 In der kulturpolitischen Berichterstattung existieren verschiedene Ansätze zur begrifflichen Bestimmung des Kultur- und Kreativsektors und seiner Erwerbstätigen ­(Weißmann/Liersch 2021). Im Folgenden wird dem berufssoziologischen Ansatz in Anlehnung an die Studie von BFDK/Prognos(2024) gefolgt und daher vom Kultur­und Kreativsektor und seinen Kultur- und Kreativberufen gesprochen. Altersarmut im Kultursektor 1