Wechsel von der Komm- zur Gehstruktur Fünf Dimensionen Aufsuchende politische Bildung bedeutet einen Wechsel von der Komm- zur Gehstruktur. Anstatt zu erwarten, dass die Menschen zu den Bildungsangeboten kommen, gehen die Akteur:innen der Aufsuchenden politischen Bildung zu den Menschen. Die FES berücksichtigt dabei fünf Dimensionen: den Ort, die Themenauswahl, die Methoden, die Partner:innen und die Zeit. Entscheidend ist, dass die Angebote immer im Dienst der Zielgruppe stehen. Es gilt, vertrautes Terrain zu verlassen und sich auf die Menschen und deren Lebensrealität einzulassen. Partizipative, interaktive und spielerische Methoden 1. Ort Angebote finden nicht an den etablierten Veranstaltungsorten der FES, sondern an einem der Zielgruppe vertrauten Ort oder im öffentlichen Raum statt. Das kann sowohl der Nachbarschaftstreff im Quartier oder der Begegnungsraum eines Stadtteilzentrums ebenso wie ein Café, ein Gasthof oder der Gemeindesaal sein. Je nach Format kommen auch Räume eines Sportvereins, der Jugendclub, das Senior:innenheim, ein öffentlicher Platz oder ein Park in Frage. 2. Themen Der Anspruch, den Teilnehmenden demokratische Politik, ihre Funk‑ tionsweise und aktuellen Diskurse zu vermitteln, muss differen‑ ziert werden. Priorität haben Themen, die den Teilnehmenden wich‑ tig und von konkreter Relevanz für ihren Alltag sind. Das können durchaus explizit politische Themen sein, wenn die Teilnehmenden sich dafür interessieren. So gibt es bei vielen Menschen Diskussionsbedarf über Fragen, die zwar im entfernten Berliner Politikbetrieb beschlossen werden, aber unmittelbarere Auswirkung für die Menschen vor Ort haben. In der Regel sind den Teilnehmenden Themen und Probleme aus ihrem Lebensumfeld wichtig. Das können ganz praktische Themen sein, etwa die Frage nach gemeinsamer Verantwortung im Haus, im Quartier oder in der Kommune, ebenso Fragen zur Verbesserung des Umfelds, der Sicherheit, Infrastruktur und Mobilität. Der thematische oder personelle Bezug zur Sozialen Demokratie steht nicht im Vordergrund, ist aber natürlich möglich, wenn die Zielgruppe dafür offen ist. 3. Methoden Die FES ist mit Methoden, die dem aufsuchenden Charakter Rechnung tragen, vielfach schon vertraut, schließlich gibt es bereits aufsuchende Ansätze in den Bildungsangeboten der Landesbüros oder in der Arbeit mit Jugendlichen. Es gilt, diese Methoden zu verstetigen und den neu zu gewinnenden Zielgruppen anzupassen. Es geht darum, Gespräche und Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die Methoden müssen also so hierarchiefrei wie möglich sein. Das heißt, dass partizipative, interaktive und spielerische 12 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
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Brücken bauen für eine starke Demokratie : aufsuchende politische Bildung in der Friedrich-Ebert-Stiftung : Abschlussbericht
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