insbesondere, sich von Zulieferern zu Hauptauftragnehmern für die Mission zu entwickeln. Diese neue Position wurde durch den erfolgreichen Start von in Polen gebauten Satelliten an Bord der Falcon 9 am 28. November 2025 bestätigt: MikroSAR(Iceye), die PIAST-Konstellation(ein Projekt unter der Leitung der Technischen Militäruniversität WAT, mit Satelliten von Creotech Instruments S.A. auf der Hypersat-Plattform) und der Nanosatellit PW6U von SatRev S.A. Polen verfügt über souveräne Fähigkeiten zur Dual-Use-Satellitenaufklärung für Sicherheitszwecke und festigt damit seine Rolle als wichtiger, technologisch kompetenter Partner in der Lieferantenkette der europäischen Raumfahrt. Die erfolgreichen Starts der zweistufigen Raketen Bursztyn 34 und Perun 35 sind ein Beweis für Polens aufstrebende inländische Weltraumstartkapazitäten. Am 25. November 2025 wurde eine neue, noch nicht benannte dreistufige Rakete, die von WITU, WZL-1 und ZPS Gamrat entwickelt wurde, vom militärischen Testgelände Ustka an der Ostseeküste 36 aus gestartet. d) Herausforderungen bei Arbeitskräften und Qualifikationen Das beispiellose Wachstum des polnischen Verteidigungssektors hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Industriestruktur, die Zahl der Arbeitskräfte und die daraus resultierenden Qualifikationsanforderungen. Der Sektor baut seine Belegschaft aktiv aus, was zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach qualifiziertem Personal, verstärkten Rekrutierungsbemühungen und einem intensiven Wettbewerb um Talente führt. Ein erhebliches langfristiges Risiko ist jedoch die Überalterung der Arbeitskräfte. Berichten zu folge steht bis zu einem Viertel der Ingenieure und F&ESpezialisten des Sektors kurz vor dem Renteneintritt, sodass eine rasche Rekrutierung und ein rascher Wissenstransfer an jüngere Generationen dringend erforderlich sind. Die am meisten gefragten Qualifikationen spiegeln die notwendige Verlagerung der Branche in Richtung Hightech und komplexe Systemintegration wider. 6. Bewertung des Kooperationspotenzials Polnische Unternehmen könnten wertvolle Partner bei der Konzeption, Entwicklung und Herstellung hochwertiger europäischer schwerer gepanzerter Fahrzeuge(Panzer, Schützenpanzer, Transportpanzer, spezielle Unterstützungsfahrzeuge wie Bergepanzer, gepanzerte Pionier- oder Brückenlegefahrzeuge) sein. Die Anhäufung dieser Waffen in ausreichender Zahl in den Beständen der EU-Mitgliedsstaaten würde die Effizienz der Abschreckung gegen einen potenziellen Aggressor erheblich steigern. Die Absichtserklärung zwischen PGZ und Rheinmetall vom Oktober 2025, die ein Europäisches Zentrum für Unterstützungsfahrzeuge vorsieht, kann als Ausdruck des gemeinsamen Interesses an einer solchen Zusammenarbeit angesehen werden. Polen wäre ein wünschenswerter Teilnehmer an den gemeinsamen Bemühungen der EU, die folgenden kritischen Fähigkeitslücken zu schließen, die im Gemeinsamen Weißbuch für die europäische Verteidigungsbereitschaft 2030 der Europäischen Kommission und des Hohen Vertreters(März 2025) aufgeführt sind: → Luft- und Raketenabwehr: eine integrierte, vielschichtige Luft- und Raketenabwehr, die gegen ein ganzes Spektrum an Bedrohungen aus der Luft(Cruise Missiles, ballistische und Hyperschallraketen, Luftfahrzeuge und unbemannte Luftfahrzeugsysteme(UAS)) schützt. Die politischen Institutionen Polens sollten ein kritisches Interesse an einem„European Dome“ haben, da sie sich des Risikos und der Auswirkungen solcher Angriffe voll bewusst sind. Polen allein ist nicht darauf vorbereitet, sie abzuwehren, und verfügt auch nicht über das technologische und industrielle Potenzial, um eine ebenso wirksame nationale Barriere zu errichten. Hightech-Firmen aus den Bereichen Elektronik, Radar, Optoelektronik, Kommunikation, Drohnenabwehr und neue Raumfahrttechnologien könnten zur Entstehung des europäischen Schutzschildes beitragen. → Artilleriesysteme: fortschrittliche Feuersysteme, ein schließlich moderner Artillerie- und Langstreckenraketen systeme, die für präzise Angriffe über große Distanzen auf Landziele ausgelegt sind(Deep Precision Strike). Bei der Zusammenarbeit mit anderen EU-Herstellern könnten sich die polnischen Erfahrungen mit der selbstfahrenden Panzerhaubitze Krab, die in der Ukraine für ihre Effizienz gelobt wurde, und mit der Anpassung der ähnlichen südkoreanischen Panzerhaubitze K9 sowie die Erfahrungen etablierter Unternehmen, privater Start-ups und Forschungsinstitute in den Bereichen Optoelektro nik und Kommunikationskomponenten als nützlich erweisen. → Munition und Flugkörper: aufbauend auf der Initiative des Europäischen Auswärtigen Dienstes„Amunition Plan 2.0“, ein strategischer Bestand an Munition, Flugkörpern und Bauteilen sowie ausreichende Produktionskapazitäten in der Verteidigungsindustrie, um rechtzeitigen Nachschub sicherzustellen. Die polnischen Produktionskapazitäten für verschiedene Arten von Munition, TNT und anderen Sprengstoffen könnten mit dem Potenzial anderer EULänder kombiniert werden, um Synergien zu erzielen. → Drohnen und Drohnenabwehrsysteme: unbemannte Sys teme, einschließlich Luft-, Boden-, Überwasser- und Unter wasserdrohnen, die aus der Ferne gesteuert werden kön nen oder autonom unter Verwendung fortgeschrittener 34 Entwickelt von Sieć Badawcza Łukasiewicz – Instytut Lotnictwa(dem Forschungsnetzwerk Łukasiewicz – Institut für Luftfahrt) und getestet seit 2017. 35 Entwickelt von SpaceForest sp. z o. o. und seit 2023 getestet. 36 https://geekweek.interia.pl/technologia/news-polacy-buduja-i-testuja-wlasne-rakiety-poczatek-kosmicznej-r,nId,22460163 Der Verteidigungssektor in Polen 10
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