Vorbemerkung des Herausgebers zur 4. Auflage
1973 veröffentlichten Kurt Klotzbach und ich zum ersten Mal die»Programmatischen Dokumente der deutschen Sozialdemokratie«, die auf vielfachen Wunsch elf Jahre später, überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht, in einer 2. Auflage erschienen. Die durch die deutschlandpolitischen Entwicklungen und den Abschluss der langjährigen Programmdiskussion der SPD notwendig gewordene 3. Auflage dieser Publikation konnte Kurt Klotzbach nicht mehr erleben. Er starb am 25. August 1989, viel zu früh, im Alter von nur 49 Jahren. Seinem Andenken sei diese 4., der aktuellen Programmdiskussion geschuldete und sie hoffentlich befördernde Neuauflage unserer gemeinsamen Veröffentlichung gewidmet.
In der 2. Auflage waren die Organisationsstatuten der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands(Gotha 1875) zusätzlich aufgenommen worden, darüber hinaus als seinerzeit neuestes Programmdokument der im November 1975 verabschiedete Ökonomisch-politische Orientierungsrahmen für die Jahre 1975-1985. Da es sich eher um eine zeitlich begrenzte Handlungsanleitung, weniger um ein»Langzeitprogramm« im eigentlichen Sinne handelte, wurde auf den Wiederabdruck bereits in der 3. Auflage verzichtet und statt dessen das im Dezember 1989 auf dem außerordentlichen Berliner Parteitag verabschiedete neue Grundsatzprogramm der SPD in diese Sammlung aufgenommen. Wer am Orientierungsrahmen ’85 als Diskussionsetappe interessiert ist, kann auf die 2. Auflage der»Programmatischen Dokumente« zurückgreifen.
Für die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste sich diese Veröffentlichung in 1. und 2. Auflage ausschließlich auf die programmatische Entwicklung der SPD in der Bundesrepublik Deutschland beziehen, da die Sozialdemokratie in der Sowjetischen Besatzungszone 1946 unter zum Teil erheblichem Druck seitens der Besatzungsmacht, teilweise aber auch befangen in einem illusionären Glauben an die Möglichkeit der Durchsetzung sozialdemokratischer Ideen, mit der KPD zur Sozialistischen Einheitspartei vereinigt worden war. Erst die revolutionären Entwicklungen in Osteuropa im Jahre 1989 haben mit dem Sturz der Reste des Stalinismus auch in der Deutschen Demokratischen Republik das Wiederaufleben der Sozialdemokratie ermöglicht, zuerst unter dem Namen Sozi