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Programm und Organisationsstatuten der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, beschlossen auf dem Vereinigungskongress in Gotha 1875
Vorbemerkung des Herausgebers
Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 und der Gründung des Deutschen Reiches durch eine»Revolution von oben« stand ein wesentlicher Punkt in den Auseinandersetzungen der beiden deutschen Arbeiterparteien, die nationale Frage, nicht mehr auf der Tagesordnung. Das Abtreten J. B. v. Schweitzers von der Führung des ADAV beseitigte zudem eine wichtige personelle Barriere zur Bildung einer einheitlichen deutschen Arbeiterpartei. Auch die beiden sozialdemokratischen Reichstagsfraktionen erkannten zunehmend den Zwang zur Zusammenarbeit. Den eigentlichen Anstoß gaben aber die gemeinsamen Erfahrungen des verschärften Klassenkampfes im Gefolge der Wirtschaftskrise im Deutschland der 1870er Jahre sowie der verstärkten polizeilichen Unterdrückung beider Fraktionen zu dieser Zeit. Ab Oktober/November 1874 traten Vertreter des ADAV und der SDAP schließlich in Verhandlungen über Möglichkeiten und Modalitäten einer Vereinigung beider Parteien. Auf dem Gothaer Vereinigungskongress vom 22.-27. Mai 1875, auf dem 73 Delegierte 15.322 Lassalleaner und 56 Delegierte 9.121 Eisenacher vertraten, wurde nach zwölfjähriger Spaltung die neue Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands gegründet, die von einem Vorstand geleitet wurde, der sich aus 2 Vorsitzenden, 2 Sekretären und 1 Kassierer bildete. Daneben traten eine siebenköpfige Kontrollkommission und ein achtzehnköpfiger Parteiausschuss. Oberstes Parteiorgan war der Parteitag. Anfang März 1875 war ein Programmentwurf veröffentlicht worden, den Marx und Engels gegenüber den Führern der SDAP scharf kritisiert hatten. Dennoch stimmten diese ebenso wie die ADAVer in Gotha nach einigen Abänderungen einem Programm zu, das Marxsche und Lassallesche Ideen enthielt und damit dem Bewusstsein der Parteimitglieder durchaus entsprach.
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