Resolution gegen die revisionistischen Bestrebungen, beschlossen auf dem Parteitag der SPD in Dresden 1903
Vorbemerkung des Herausgebers
Von Oktober 1896 bis April 1897 veröffentlichte Eduard Bernstein in der »Neuen Zeit« die Artikelserie»Probleme des Sozialismus«, die die Grundlage seiner im Januar 1899 erscheinenden Broschüre»Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie« und damit für den Revisionismus bildete. Glaubte Bernstein zunächst nur eine systemimmanente Revision des Marxismus vornehmen zu müssen, so ging er spätestens seit 1901 (»Wie ist wissenschaftlicher Sozialismus möglich?«) mit der Leugnung der Wissenschaftlichkeit des Sozialismus und der Propagierung eines ethisch begründeten Sozialismus über den Marxismus hinaus. Aufgrund des stetigen Anwachsens der SPD und ihres hohen Sieges bei den Reichstagswahlen von 1903, bei denen die Partei 3 von etwa 8 Millionen Wählerstimmen erhielt und zweitstärkste Reichstagsfraktion wurde, forderte Bernstein im Juli 1903 die Beteiligung der SPD bei der Besetzung des Reichstagspräsidiums, was die VerPflichtung zur Huldigung des Kaisers mit sich gebracht hätte.— Bereits im September 1898 hatte Rosa Luxemburg den Revisionismus in einer Artikelserie»Sozialreform oder Revolution?« als theoretischen Ausdruck bürgerlichen Opportunismus scharf angegriffen, ebenso Clara Zetkin im April 1899(»Wider die sozialdemokratische Theorie und Taktik«) und Kart Kautsky im September 1899(»Bernstein und das sozialdemokratische Programm«). Nach langen Diskussionen innerhalb der Partei wurde auf dem Parteitag in Hannover im Oktober 1899 zum ersten Mal mit der Annahme einer von Bebel eingebrachten Resolution offiziell gegen den Revisionismus Stellung bezogen, desgleichen 1901 auf dem Parteitag in Lübeck. Den Höhepunkt der Abwehr revisionistischer Bestrebungen bildete die hier abgedruckte, auf dem Dresdner
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