Prinzipienerklärung der Sozialistischen Internationale, beschlossen auf dem 1. Kongress der Sozialistischen Internationale in Frankfurt/Main 1951: Ziele und Aufgaben des Demokratischen Sozialismus
Vorbemerkung des Herausgebers
Auf Anregung der Sozialistischen Partei Frankreichs beschloss die im Dezember 1949 in Paris tagende Internationale Sozialistische Konferenz(Comisco), eine Kommission mit der Aufgabe zu betrauen, die den Mitgliedsparteien gemeinsamen demokratisch-sozialistischen Prinzipien auszuarbeiten. Anfang Januar 1950 wurde den Parteien eine vom Comisco-Sekretär Julius Braunthal verfasste Diskussionsgrundlage zugestellt und gleichzeitig die Bitte geäußert, die nationalen Organisationen sollten in Memoranden ihre Auffassungen über Grundsätze und Ziele des demokratischen Sozialismus mitteilen. Auf der Kopenhagener Internationalen Sozialistischen Konferenz im Juni 1950 befasste sich Guy Mollet ausführlich mit den eingesandten Denkschriften, die Comisco den Mitgliedsparteien per Rundschreiben übermittelt hatte. In Kopenhagen wurde eine Kommission gewählt, die anlässlich der nächsten Zusammenkunft eine Grundsatzdeklaration vorlegen sollte. Den Vorsitz übernahm wenig später, nachdem Guy Mollet Minister geworden war, der französische Sozialist Salomon Grumbach. Die Kommission tagte viermal: Oktober 1950 in Paris, März 1951 in London, Mai 1951 in Straßburg und Juni 1951 in Frankfurt/Main. Nach einem langwierigen Entwurfs- und Revisionsprozess, an dem sich die Mitgliedsparteien intensiv beteiligt hatten, wurde die Prinzipienerklärung auf dem Kongress zur Neugründung der Sozialistischen Internationale, der vom 30. Juni bis zum 3. Juli 1951 in Frankfurt/Main tagte, verabschiedet.