Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, beschlossen auf dem außerordentlichen Parteitag in Bad Godesberg 1959
Vorbemerkung des Herausgebers
Die Kommission zur Erarbeitung eines Grundsatzprogramms, deren Bildung vom Vorstand und vom Berliner Parteitag 1954 beschlossen worden war, konstituierte sich am 26. März 1955. Ihr gehörten 34 Personen an, u.a. Wolfgang Abendroth, Heinrich Albertz, Adolf Arndt, Otto Brenner, Heinrich Deist, Georg Eckert, Fritz Erler, Waldemar von Knoeringen, Ulrich Lohmar, Ludwig Preller, Karl Schiller, Carlo Schmid, Erwin Schoettle, Otto Stammer, Herbert Wehner und Gerhard Weisser. Die Programmkommission, deren Vorsitz Willi Eichler innehatte, bildete Unterausschüsse zur Beratung folgender Problemkomplexe: Grundsatzfragen(Leitung: Eichler), Kulturelle Situation und Pädagogik(Leitung: Eichler), Verfassungspolitik(Leitung: Fritz Bauer), Wirtschafts- und Sozialpolitik(Leitung: Weisser), Weltpolitik(Leitung: Wehner). Der Unterausschuss für Grundsatzfragen tagte vom Juni 1955 bis zum Mai 1956, während die anderen Unterkommissionen ihre Arbeit zum Teil erst beträchtlich später aufnahmen.
Ein erster Programmentwurf lag dem vom 18. bis zum 23. Mai 1958 in Stuttgart stattfindenden Parteitag vor. Nachdem dieser beschlossen hatte, dass das Grundsatzprogramm spätestens im Jahre 1960 verabschiedet werde, begann im Sommer 1958 in der gesamten Organisation die Diskussion über den ersten Entwurf. Im Mai 1959 einigte sich das Parteipräsidium u. a. über folgende Punkte: Erarbeitung eines zweiten Entwurfs mit dem Ziel der Kürzung und Straffung sowie unter Berücksichtigung der vorliegenden Anträge; Verzicht auf eine Zeitanalyse; Bildung einer Redaktionskommission. Mitglieder der Redaktionskommission waren Ollenhauer, Deist, Eichler, Heinrich Braune, Fritz Sänger und Benedikt Kautsky, der maßgeblich am SPÖ-Grund
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