XXV.
Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands(DDR), beschlossen vom Parteitag in Leipzig 1990
Vorbemerkung des Herausgebers
Bereits im Juli 1989 hatten vier evangelische Theologen(Helmut Becker, Martin Gutzeit, Arndt Noack, Markus Meckel) und ein Mitglied der»Initiative Frieden und Menschenrechte«(Ibrahim Böhme) einen Aufruf zur Gründung einer»Sozialdemokratischen Partei in der DDR«(SDP) verfasst, der am 200. Jahrestag der Erklärung der Bürger- und Menschenrechte, am 26. August, veröffentlicht wurde. Am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR-Gründung, als die alte Staats- und SED-Führung trotz Protestdemonstrationen gegen die Fälschung der Kommunalwahlen, trotz Massenflucht über Ungarn und die Tschechoslowakei das unhaltbar gewordene stalinistische System feierte, wurde die SDP in Schwante bei Ost-Berlin von 43 jüngeren Leuten, darunter viele evangelische Geistliche, gegründet. Noch im selben Monat, also noch in der Illegalität, veröffentlichte die SDP ihr Statut, in dem sie sich auf die»Traditionen des demokratischen Sozialismus der europäischen Sozialisten und Sozialdemokraten« berief und als Ziel die Erkämpfung der sozialen Demokratie und eine»ökologisch orientierte Marktwirtschaft mit demokratischer Kontrolle ökonomischer Macht« bezeichnete. Bei der durch die revolutionären Novemberereignisse ermöglichten ersten öffentlichen Delegiertenkonferenz vom 12.-14. Januar 1990 in Ost-Berlin änderte die SDP ihren Namen in Sozialdemokratische Partei Deutschlands und knüpfte damit programmatisch an die Tradition der Partei vor der Vereinigung mit der KPD zur SED(1946) an. Gleichzeitig nahm sie Abschied von der bislang befürworteten Zweistaatlichkeit und bekannte sich zur Einheit der deutschen Nation, in enger Kooperation mit ihrer Schwesterpartei in der Bundesrepublik, die sich auch für ihre
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