5.4 Sozialer Wandel Neben den beschriebenen Veränderungen in den Wirtschafts-, Arbeits- und Altersstrukturen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch eine Veränderung der Werteorientierungen vollzogen. Die Lebensformen und-entwürfe sind heute vielfältiger, als das vor 50 oder 100 Jahren der Fall war. Das Leben wird weniger stark durch gesell schaftliche Konventionen geprägt. Das Ausmaß individueller Freiheit und Selbstbestimmung hat zugenommen. Die Veränderungen werden überwiegend als Zugewinn von Freiheit begrüßt. Exemplarisch lassen sich die Veränderungen der Lebensgewohnheiten an der Entwicklung der Haushaltsgrößen aufzeigen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Haushalte mit fünf und mehr Personen der Standard. Einpersonenhaushalte waren hingegen die überaus seltene Ausnahme. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die Situation ge dreht. Nun sind über 40 Prozent aller Haushalte Einpersonenhaushal te, nicht einmal mehr vier Prozent umfassen mehr als vier Personen (siehe Abbildung 8). Lebensentwürfe und-formen vielfältiger Haushalte werden kleiner Haushaltsgrößen in Deutschland (1990 bis 2023) 50 40 30 20 10 0 1990 1925 1950 2000 2010 2020 2023 Abb. 8 Fünf und mehr Personen Vierpersonenhaushalte Dreipersonenhaushalte Zweipersonenhaushalte Einpersonenhaushalte Quelle: Statistisches Bundesamt(2024c). Lesebeispiel: Im Jahr 1900 lebten knapp 45 Prozent aller Deutschen in Haushalten mit fünf oder mehr Personen, circa 17 Prozent in Haus halten mit vier oder drei Personen, knapp 15 Prozent zu zweit und rund sieben Prozent allein. Heute leben mit gut 40 Prozent die meis ten Menschen allein. 5. Herausforderungen für den Sozialstaat 69
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