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Wohneigentum als Mittel progressiver Politik : Bezahlbarkeit, Finanzierung und Politik des Wohnens neu denken
Entstehung
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IMPULS Aidan Regan Wohneigentum als Mittel progressiver Politik Bezahlbarkeit, Finanzierung und Politik des Wohnens neu denken Auf einen Blick Zu wenig bezahlbarer Wohnraum zählt in fortgeschrit­tenen Volkswirtschaften zu den zentralsten Herausfor­derungen, denn dieser Mangel vertieft bestehende Un­gerechtigkeiten zwischen den Schichten und den Gene­rationen noch weiter. Dieser Beitrag argumentiert, dass Wohneigentum nur dann progressiv sein kann, wenn es bezahlbar ist, zugänglich und nicht spekulativ. Nach­dem untersucht wird, wie sich unterschiedliche Rege­lungen zur Hypothekenvergabe auswirken und worin die Stärken des öffentlichen und gemeinnützigen Woh­nungsbaus bestehen, folgt die Empfehlung, Wohn­raum als lebenswichtige Infrastruktur neu zu werten. Die wichtigsten Reformen sind: den genossenschaftli­chen Wohnungsbau ausbauen, Finanzierungssysteme reformieren und Wohnraum als öffentliches Gut neu­definieren. Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es einen Staat, der in großem Umfang handlungsfähig ist. Progressive Parteien müssen das Thema Wohnen zu­rückerobern, um das Vertrauen von Wähler:innen mit niedrigen und mittleren Einkommen neuaufzubauen. Die Debatte Wohnen ist für die meisten Haushalte die größte finanziel­le Verpflichtung. In den OECD-Ländern werden 20 bis 30 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens für Woh ­nen ausgegeben. Gleichzeitig stellt Wohneigentum die wichtigste Form privater Vermögensbildung dar. Im 20. Jahrhundert bildete in den fortgeschrittenen Demokratien sicheres und bezahlbares Wohnen die Grundlage für Wohl ­stand. Steigende Wohneigentumsquoten wurden mit Stabi ­lität, sozialem Aufstieg und dem Wachstum der Mittel­schicht verbunden. Regierungen stärkten dieses Modell durch die Subvention von Hypotheken, einen groß angeleg ­ten öffentlichen Wohnungsbau und die Ausdehnung in die Vorstädte. Wohneigentum wurde so zu einem festen Be­standteil des Sozialvertrags der Nachkriegszeit. Mittlerweile funktioniert dieses Übereinkommen nicht mehr. In den vergangenen 20 Jahren sind die Preise und Mieten weitaus schneller gestiegen als die Löhne. Wohnei­gentum ist dadurch zu einem Privileg geworden abhängig von Einkommen, Alter und geografischer Lage. In Städten mit hohen Lebenshaltungskosten sind Käufer:innen oft auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen, um eine Wohneigentum als Mittel progressiver Politik 1