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Vom Ehegattensplitting zur Kinderförderung : mit der Individualbesteuerung Spielräume für Familien schaffen
Entstehung
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IMPULS René Bormann, Julia Jirmann, Franziska Vollmer Vom Ehegattensplitting zur Kinderförderung Mit der Individualbesteuerung Spielräume für Familien schaffen Auf einen Blick Das heutige Ehegattensplitting passt nicht mehr zu den gesellschaftlichen Realitäten. Es begünstigt vor allem hohe und ungleich verteilte Einkommen, setzt Anreize für weniger Erwerbstätigkeit und fördert Kin­der nicht gezielt. Verfassungsrechtlich erforderlich ist nicht das Splitting, sondern die angemessene Berück­sichtigung gegenseitiger Unterhaltspflichten. Eine ­Indi­vidual­besteuerung mit übertragbarem Grundfrei­betrag verbindet daher Steuergerechtigkeit, Gleichstel­lung und gezielte Förderung von Kindern und Fami­lien. Mit einer zielgenauen Variante des fiktiven Real­splittings gelingt der schrittweise und kinderzentrierte Übergang. Die Reform des Ehegattensplittings steht seit Jahren im­mer wieder auf der politischen Tagesordnung. In Zeiten knapper öffentlicher Haushalte, wachsender Fachkräftebe­darfe, hoher Teilzeitquoten von Zweitverdienenden, vor al­lem von Frauen, und steigender Anforderungen an moder­ne Familienpolitik gewinnt die Debatte neue Dringlichkeit. Dabei geht es nicht nur um Steuertechnik. Das Ehegatten­splitting berührt grundlegende Fragen sozialer Gerechtig­keit: Welche Familienformen fördert der Staat? Wie wer­den Kinder unterstützt? Welche Erwerbsmodelle werden steuerlich begünstigt? Und wie kann das Steuerrecht Gleichstellung fördern, statt ökonomische Abhängigkeiten zu verfestigen? Kinder fördern unabhängig vom Familienstand Ausgangspunkt einer Reform sollte ein klares Leitbild sein: Moderne Familienpolitik muss Kinder und Sorgeverant­wortung fördern nicht bestimmte Ehe- und Erwerbsmo­delle privilegieren. Kinder sind Voraussetzung für die Zu­kunft unserer Gesellschaft. Ihre Betreuung, Erziehung und Förderung sind zugleich mit erheblichen finanziellen und zeitlichen Belastungen für Familien verbunden. Öffentli­che Unterstützung sollte deshalb unabhängig vom Fami­lienstand der Eltern dort ansetzen, wo diese Belastungen Vom Ehegattensplitting zur Kinderförderung 1