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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
Entstehung
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28 Bürger frei ist, der Besitz hat. Und wer Besitz hat, kann sein Ehrenamt frei und unentgeltlich ausüben. Heute ist die freie Zeit zur Freizeit geronnen und von der Arbeit nicht mehr zu trennen. Sie dient vornehmlich dem Geld-Verdienen, dem Geld­Sparen oder dem Geld-Ausgeben, ist nicht mehr Müßig-Gang, sondern vor allem ein jìëëJd~åÖ. Wo soll da noch Zeit sein für ein Ehrenamt? Allerdings: Keine Zeit zu haben, heißt bekanntlich, Zeit für etwas anderes zu haben. Dies wird schon daran erkennbar, dass Arbeitslose, denen es grundsätzlich nicht an Zeit fehlen dürfte, weniger ehrenamtlich tätig sind, während Frauen im Arbeitsprozess, die doch grundsätzlich weniger Zeit haben dürften, sich verstärkt ehrenamtlich engagieren. Wie in der Antike brauchen wir offenbar das Ehrenamt, um uns frei zu fühlen wenn unsere gesellschaftliche Anerkennung durch Erwerbsarbeit gesichert ist. Was also ist zu tun? 3. Verein und Ehrenamt Was ist zu tun? So unklar die Bewertung der klaren Tatsachen, so unklar die Beantwor­tung der Frage danach, was zu tun sei. Ist es klüger oder überhaupt noch angemessen, an die alten Bindungen zu appellieren etwa unter Verweis darauf, dass den heutigen Älteren als einst Jüngeren doch auch einmal ehrenamtlich geholfen wurde( åÉìÉê= dÉåÉê~íáçåÉåîÉêíê~Ö NV )? Oder sollte man von vornherein fast alles auf die Dienstleistung, Verberuf­lichung und Professionalisierung setzen, wohl wissend, dass eine solche Strategie zur weiteren Verarmung der Be­ziehungen und zur Ausgrenzung der ärmeren Bevölkerungs­gruppen führen muss, 19 Vgl. Thomas Olk, Zwischen Hausarbeit und Beruf. Ehrenamtliches Engagement in der aktuellen sozialpolitischen Diskussion, in: Siegfried Müller/ Thomas Rau­schenbach(Hrsg.), Das soziale Ehrenamt. Nützliche Arbeit zum Nulltarif, Mün­chen 2 1992(1988), S. 19-36, S. 36.