37 genannten Patchwork-Familien zunimmt(„meine Kinder, deine Kinder, unsere Kinder“). Diese Tendenz nimmt zu. Wir als Politiker haben nicht vorzuschreiben, wie Menschen leben sollen, sondern wir haben die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Menschen so leben können, wie sie es selber wollen(oder auch müssen), wie ihre Lebenssituation es verlangt. Und deshalb ist Familienpolitik auch eine Politik für die wirkliche Mitte der Gesellschaft und ein ganz zentraler Politikbereich. Für mich ist sie einer der zentralen Politikbereiche der Gesellschaftspolitik mindestens der nächsten zehn Jahre und ein wesentliches Thema auch für die Bildungspolitik und andere Politikbereiche. 3. Familienpolitik ist Zukunftspolitik Ich wünsche mir, dass wir jetzt nicht mehr die Schlachten von gestern und vorgestern schlagen. Ich stelle mit dem, was ich im Folgenden sage, niemals das Lebensmodell in Frage, das ich auch selber präsentiere: das Lebensmodell einer Frau in meinem Alter, 58 Jahre, die drei Kinder großgezogen hat, zu Hause geblieben ist, weil ihr gar nichts anderes übrig blieb, weil es keine Betreuungseinrichtungen gegeben hat, und die jetzt mit ihrem Mann, weil die Kinder aus dem Haus sind, alleine zusammenlebt. Das werde ich niemals in Frage stellen, diese Frau hat meinen Respekt. Aber ich sage: Andere Lebensmodelle haben auch ihre Berechtigung. Und wir müssen heute schauen, welche Wünsche und welche Forderungen haben eigentlich die Familien in ihrer jetzigen Lebenssituation und wie sieht es für sie in absehbarer Zeit aus? Welche Forderungen stellen sie an die Politik? 4. Familien sind nicht Objekte öffentlicher Fürsorge Sie müssen nicht„betüttelt“ werden. Familien sind Leistungsträger dieser Gesellschaft, und zwar in jeder Hinsicht. Sie sind Leistungsträger im materiellen Bereich. Aus Familien heraus werden die meisten direkten Steuern, also Einkommensteuer, Lohnsteuer, und die meisten indirekten Steuern, also die Verbrauchsteuern gezahlt. Und aus Familien heraus wird die meiste ehrenamtliche Arbeit in dieser Gesellschaft geleistet. Wenn
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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
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