50 jedes Thema, sei es das der Familie oder ein anderes, erfährt in der Öffentlichkeit Konjunkturen – manchmal wird es heiß diskutiert, bald darauf ist es aber bereits wieder in Vergessenheit geraten. Sozialkapital und Familie als analytische Begriffe, nicht als Heilskonzepte Die dieser Tagung voranstehenden Begriffe„Sozialkapital“ und„Familie“ haben in der Gesellschaft überwiegend einen positiven Gebrauch. Angesichts des Umstandes, dass sich ein Grundwerteforum mit ihnen befasst, scheint man sich einige Hoffnungen in Bezug auf diese Konzepte zu machen. Es ist im Titel der Konferenz sogar von„menschenwürdiger Gesellschaft“ die Rede. Familie und Sozialkapital werden somit als Basiswerte einer(jeden?) Gesellschaft angesehen. Doch die einfache Vermutung, ihr Zusammenhang ergebe sich gewissermaßen von selbst und zeuge in jeder möglichen Ausprägung schon positive Effekte, ist eine idealisierte Hoffnung, gegen die Einiges spricht. Deshalb werden hier ein paar Dämpfer präsentiert, ohne dass damit die Hoffnung ganz aufgegeben werden soll. Familie und Sozialkapital sind – soziologisch nüchtern betrachtet – gesellschaftsanalytische Konzepte. Wir können uns mit ihnen über„Umstände“ in der Gesellschaft informieren. Insofern sind sie dann nützlich, wenn sie uns überzeugende Orientierung bieten für mögliche Umgestaltungen. Doch zunächst zu einigen Anlässen der Skepsis aus soziologischer, speziell aus lebenslaufsoziologischer Sicht. Voreingestelltheiten der derzeitigen Reformdebatte Beobachtet man in faktisch registrierender Perspektive den öffentlichpolitischen Diskurs, der seit spätestens Mitte der 1990er Jahre(z.B. seit der Berliner„Ruckrede“ von Roman Herzog) vorherrschend ist, so besteht die Grundvoraussetzung der meisten konkreten Diagnosen zu einzelnen
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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
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