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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
Entstehung
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51 Teilfragen und Teilgebieten darin, dass unsere(die bundesrepublikanische) Gesellschaft sich in einem notorisch schlechten Zustand befände. Der generell schlechte Zustand scheint dabei eher unterschwellig vorzuliegen, da er offenbar nicht von allen in seiner Bedrohlichkeit gespürt wird. Diese muss aber hoch sein, weil in konkreten Diagnosen zu den meisten Gesellschaftsbereichen(Lage der Unternehmen, Arbeitsmarkt, Bildung, Konjunktur, mittlerweile sogar die Aktienmärkte) immer wieder Daten(am eindrucksvollsten offenbar die PISA-Studie) präsentiert werden, nach denen die Bundesrepublik schlechte Werte aufweist. Die Grundfigur der gegenwärtig vorherrschenden Erzählung zum Reformbedarf und zum Reformstau ist also die desVor-Sich-Hin-Kränkelns unserer Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass der Appell an das Sozialkapital und an die Familien einer Gesellschaft eine Erinnerung an die Pflege traditioneller Werte darstellt. Darum droht die Gefahr, dass die Begriffe in rückwärtsgewandter Weise verwendet werden, als Appell, eine stilisierte, romantisierte oder schlicht idealisierte Vergangenheit zu restaurieren. Beginnen wir mit dem Sozialkapital. Dieser Begriff ist neueren Datums. Er stammt aus den Sozial- und Politikwissenschaften. Er existiert dort zum einen als kollektivistisches und zum anderen als individualistisches Kon­strukt. Ich werde für diese beiden Konstrukte jeweils das traditionalistische Vorbild skizzieren und daran anschließend Fragen entwickeln, die eine analytische Fassung der mit den Konstrukten einhergehenden Problem­richtungen ermöglichen. Sozialkapital als kollektivistisches Konstrukt Das kollektivistische Konstrukt knüpft an die traditionelle Vorstellung des sozialen Zusammenhalts an, in der zumeist das Zusammenwirken sozialer Kräfte beschworen wird. Sie steckt auch in der Rede vomRuck, der durch die Gesellschaft gehen soll. Die Grundfrage wäre also: Wie gelingt es Gesellschaften oder wenigstens gesellschaftlichen Teilbereichen(wie Regionen, Organisationen, Netzwerken, etc.) ihre Kräfte so zu bündeln, dass Funktionsziele sozialer Einheiten optimiert werden.