53 den neueren sozialwissenschaftlichen Debatten üblich – das Konzept des Sozialkapitals an das Konzept des Vertrauens gebunden wird. 1 Im analytischen Sinn wird dadurch folgendes Kriterium in den Vordergrund gerückt: Soziale Einheiten entfalten – als Makrophänomene – nur dann Sozialkapital, wenn sie – auf der Ebene von Mikroprozessen – Vertrauen bei individuellen Akteuren und(kleineren) sozialen Einheiten (Gruppen, Verbänden, etc.) erzeugen, so dass diese in die Ziele der größeren Einheiten gleichsam Energien investieren. Daraus ergibt sich die interessante Frage, wie eine soziale Makroeinheit für die individuellen Akteure und Mikroeinheiten einer Gesellschaft Vertrauenswürdigkeit herstellen bzw. signalisieren oder kommunizieren kann. Das Ergebnis der ersten Skepsis ist somit eine Frage, die als Problemhorizont bedacht werden sollte. Für die von mir hier zu vertretende Lebenslaufsoziologie ergibt sich daraus die Aufgabe, anhand der Lebensläufe einzelner Personen/Akteure empirisch nachzuzeichnen, wie diese als Individuen oder Angehörige sozialer Gruppen/Einheiten Vertrauen in die umfassenderen sozialen Zusammenhänge gewinnen, in denen sie leben. Individualistische Sicht des Sozialkapitals und individualisierte Familien Die zweite Skepsis bezieht sich auf die individualistische Sicht des Sozialkapitals. Individuelle Akteure können nämlich in unterschiedlichem Maße damit ausgestattet sein, über soziales Kapital zu verfügen. Sie haben in diesem Sinne bessere oder schlechtere Chancen, andere dafür zu gewinnen, sich für ihre„Sache“(Interessen) einzusetzen. Folgt man hier dem Soziologen Pierre Bourdieu, so ist die individuelle Ausstattung mit sozialem Kapital Folge der Klassenzugehörigkeit des betrachteten Akteurs und somit ein Beleg für die fortwährende Reproduktion sozialer Ungleich1 Vgl. Michael Hartmann/ Claus Offe(Hrsg.), Vertrauen. Die Grundlage des sozialen Zusammenhalts. Frankfurt/M. 2001.
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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
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