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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
Entstehung
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56 Brücken zwischen Familie und Sozialkapital Um in dieser Frage weiter zu kommen, ist genauer zu betrachten, mit welchen weiteren sozialen Kontexten die Familie verkoppelt ist, wenn sie als sozialintegrative Brücke zwischen individuellem Handeln und Gesell­schaft fungiert und darüber sowohl individuelles als auch kollektives Kapital produziert. Diese Verkoppelungen bestehen in a) einer Verbundenheit mit den sie lokal umgebenden alltagsweltlichen Milieus wie Nachbarschaften, Initia­tiven, Bekanntschaftskreisen, b) in den zu ihrer Unterstützung geschaf­fenen sozialstaatlichen Institutionen, die eben dann länderspezifisch sehr unterschiedlich ausfallen können, wie das Frau Schmidt am Beispiel von der Bundesrepublik Deutschland und Schweden ausgeführt hat, und nicht zuletzt c) im System der Generationen, also der Eltern-Kind-Beziehungen oder sogar der Großeltern-Eltern-Kind-Beziehungen. Auch wenn die beiden ersten Dimensionen sicherlich eine gewisse Bedeu­tung beibehalten dürften, scheint mir die überwiegendere Zahl der aus der soziologischen Forschung bekannten Befunde dafür zu sprechen, dass weder die alltagsweltliche Milieuverbundenheit etwa in dörflichen Ge­meinschaften oder städtischen Nachbarschafts- und Bekanntschafts­strukturen noch die sozialstaatliche Stützung in dem Maße bestehen bleiben werden, wie sie für die fünfziger, sechziger, siebziger, vielleicht auch noch bis in die achtziger Jahre gegolten haben, um als stabilisie­render Hintergrund der Familie zu wirken. Weder ein alleiniges Setzen auf lebensweltliche, alltagsweltliche Milieu­strukturen, die in Erosion befindlich sind, noch eine sozialstaatliche För­derung der Familie, die ja davon abhängig ist, dass der Nationalstaat als Nationalstaat so erhalten bleibt, wie wir ihn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gekannt haben, scheinen aussichtsreiche Kandidaten dafür zu sein, die sozialintegrative Kraft der Familie zu fördern und davon eine Überbrückung zwischen Gesellschaft und Individuum zu erhoffen. Wo aber diese Frage bleibt dann könnten Entwicklungen entstehen, die neue Formen von Sozialkapital nach sich ziehen? Wäre das vielleicht die Vorstellung einer Bürgergesellschaft, die bürgerschaftliches Engagement