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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
Entstehung
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57 hervorbringt, und könnte Familie als Initiator eines solchen bürgerschaft­lichen Engagements fungieren? Hoffnung auf ein neues Generationenverhältnis, das zugleich aufgelockert und bindend wäre? Bei diesem Punkt setze ich nun auf die weiche Kraft des Generationen­wandels und eines damit einhergehenden Wandels des Generationen­verhältnisses. Und im Grunde genommen hat der erste Befund, den auch Frau Schmidt in ihrem Beitrag genannt hat, nämlich ein in jüngeren Ge­nerationen sich wandelndes Verhältnis in den Geschlechterbeziehungen und ein sich wandelndes Verhältnis von Frauen im Anspruch auf Bildungs­und Erwerbskarrieren einen entscheidenden Beitrag zu diesem Wandel der Generationen geleistet. Ich hatte am Anfang auf einige Beobachtungen zum Zeitgeist hinge­wiesen. Und dort stoßen wir eben seit einigen Jahren auf ein wieder­erstarktes Interesse an Bildung, die stärker standardisiert werden soll, sozusagen mit Verweis auf die Pisa-Studie, oder vielleicht auch stärker wieder am Modell der klassischen humanistischen Bildung zurückorientiert werden soll. Man denke einfach an den Bestseller von Dietrich Schwanitz. Damit einher geht auch ein Ruf nach Erziehung, wobei auch hier an ein Mehr an Ordnung, ein Mehr an Orientierungspunkten, Haltepunkten im biografischen Leben gedacht wird im Sinne einer Vermittlung von Ein­bettungen für heranwachsende Individuen. Dieser Wunsch nach mehr Orientierung läuft Gefahr, anachronistisch zu sein. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass es in analytischer Hinsicht nicht sinnvoll sein kann, über Beziehungen zwischen Generationen nachzu­denken, in denen die Vermittlung kultureller Orientierungsleistungen praktiziert wird, die in einer Gesellschaft historisch erarbeitet wurden. Bildung und Erziehung betreffen vom Standpunkt der Lebenslaufsozio­logie das Generationenverhältnis, vor allem die darin eingehenden Struk­turen der Sozialisation und Entkulturation von Individuen. Die Vermittlung biografischer Orientierungen im Prozess der Sozialisation und die Wei-