Sammelwerk 
Wo stehen wir im Erweiterungsprozess? : Das Kapitel Landwirtschaft ; eine Veranstaltung der Erich-Brost-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung am 29. April 2002, Berlin
Entstehung
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Dieses vollständig dezentralisierte Verwaltungssystem ist mit gutem Grund gewählt worden, nämlich, um die Erreichung der spezifischen Ziele von SA­PARD zu ermöglichen. Eines der Merkmale, das Investitionen im Bereich der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung von Investitionen im Rahmen von PHARE und ISPA unterscheidet, ist die wesentlich geringere Projektgrö­ße. Eine typische Investition im Rahmen von ISPA hat ein Volumen von weit über 10 Millionen Euro. Nur ein winziger Teil der von SAPARD geförderten Projekte dürfte auch nur den hundertsten Teil dieser Summe erreichen. Ande­rerseits aber ist, obwohl für SAPARD nur halb so viel Haushaltsmittel wie für ISPA bereitstehen, die Zahl der im Rahmen von SAPARD abzuwickelnden Einzelprojekte sehr viel höher. Zudem sind die SAPARD-Projekte über den gesamten ländlichen Raum verstreut. Begünstigte der SAPARD-Förderung sind überwiegend sehr kleine Unternehmen, einschließlich landwirtschaftlicher Einzelbetriebe. Die mit den zahlreichen SAPARD-Projekten verbundene Ver­waltungsarbeit muss daher von einer hinreichenden Zahl leicht erreichbarer Bediensteter wahrgenommen werden, die darüber hinaus die Sprache der po­tenziellen Begünstigten sprechen. Aus all diesen Gründen hat sich die Kommission bei SAPARD für ein völlig dezentralisiertes Verwaltungssystem entschieden. Dieses Konzept wird in dem Entwurf, der sich in der abschließenden Geneh­migungsphase im Europäischen Parlament befindet, kritisiert. Der Berichter­statter des Europäischen Parlaments hätte offenbar zwei Systeme vorgezo­gen, von dem das eine so wie das angewendete System ist, jedoch mit weni­ger Mitteln; das andere mit einer direkten Verwaltung durch die Kommission. Er behauptet, dass dies den Bewerberländern die Arbeit zur Umsetzung von SAPARD erleichtern würde. Wir sind immer noch der Ansicht, dass das Konzept einer völlig dezentralisier­ten Verwaltung für das gesamte Programm vielleicht nicht perfekt ist, aber doch sehr viele Vorteile hat. Es ist kohärent mit der Politik der Unterstützung der Bewerberländer bei der Vorbereitung ihres Beitritts, der nun für das Jahr 2004 geplant ist. Dann ist für die Anwendung der Gemeinschaftsvorschriften in jedem Fall eine völlig dezentralisierte Verwaltung der Maßnahmen zur Förde­rung der Landwirtschaft und der Entwicklung des ländlichen Raums erforder­lich. Der Vorwurf, die Bewerberländer seien damit überfordert, wird durch die Tatsache wiederlegt, dass bereits jetzt sieben der zehn förderfähigen Länder für den Einsatz von SAPARD bereit sind. Darüber hinaus ist keinem dieser Länder auch nur ein einziger Eurocent der im Rahmen von SAPARD zugewie­senen Mittel verloren gegangen. 58