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Die philippinische Perspektive des USA-Irak Konflikts nach dem 11. September
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Brennpunkt IRAK Renato Cruz De Castro Die philippinische Perspektive des USA-Irak Konflikts nach dem 11.September Wir stimmen keinem Krieg zu, aber wir sind Verbündete der USA. Wir haben ein gegenseitiges Verteidigungsabkommen mit den USA und es gibt eine UN-Resolution... US-amerikanische Kampfflugzeuge können landen und Schiffe andocken, Benzin tanken und die Philippinen überfliegen, falls die USA entscheiden sollte, den Irak zu attackieren. Außenminister Blas Ople, 9. September, 2002 Diese Aussage spiegelt die Position der philippinischen Regierung hinsichtlich einer amerikanischen Militäraktion gegen den Irak wider. Sie weist auf das Dilemma der philippinischen Regierung in der aktuellen Krise im Naher Osten hin: die Absicht Manilas, seine militärische Allianz mit Washington auch vor dem Hintergrund einer militärischen Aktion der USA gegen den Irak zu stärken; aber gleichzeitig will sich die philippinische Regierung nicht öffentlich gegen den Irak und andere muslimische Länder stellen, die mit Bagdad sympathisieren. Daher nehmen die Philippinen einemittlere Position ein, wobei sie gegen eine Unterstützung jedweder militärischen Aktion der Amerikaner sind; aber auf der anderen Seite bieten sie den Amerikanern die Nutzung des philippinischen Luftraums und anderer Einrichtungen für den Fall eines amerikanischen Krieges gegen den Irak an. Das Papier untersucht die Hintergründe der aktuellen philippinischen Position angesichts der derzeitigen Krise im Nahen Osten. Es diskutiert außerdem die Dynamiken der philippinischen Politik, die die Position Manilas beeinflussen, die mögliche Auswirkung der Krise auf die wirtschaftliche Entwicklung der Philippinen und auf das gesamte geopolitische Gleichgewicht in Ostasien. Die politischen Akteure und ihre Interessen Die aktuelle philippinische Position hinsichtlich der gegenwärtigen Krise im Nahen Osten ist nicht zu verstehen und nachzuvollziehen, ohne die aktuelle strategische Beziehung Manila´s mit seinem Verbündeten, den USA, zu untersuchen. Die chinesische Besetzung infolge desMischief Riff-Vorfalls Mitte der 90er Jahre hat Manila gezeigt, dass China langfristig die hauptsächliche externe Sicherheitsbedrohung für das Land ist. Folglich hat Manila die Bedeutung der amerikanischen Militärpräsenz zur Bewahrung des Machtgleichgewichts in Ostasien erkannt. Ende der 90er Jahre haben die philippinischen Politiker und Entscheidungsträger die Notwendigkeit erkannt, die Allianz mit den USA neu zu beleben. Diese hatte erheblichen Schaden genommen, als die beiden Länder sich Anfang der 90er Jahre nicht auf ein neues Abkommen für Militärbasen einigen konnten. Ende des Jahres 1996 haben beide Länder Verhandlungen geführt, um eine legale Basis für die amerikanischen Truppen auf den Philippinen während ihrer militärischen Übungen und Schiffsbesuche(ship visits) zu schaffen. Die Terroranschläge von New York und Washington und die darauf folgende amerikanische Reaktion, eine globale Koalition gegen den internationalen Terrorismus zu bilden, hat neue Die Maßnahmen der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Brennpunkt IRAK werden vom Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika koordiniert. Informationen zum Thema finden Sie unter www.fes.de/brennpunkt