Brennpunkt IRAK Neil Quilliam und Paul Pasch Irak und seine Nachbarstaaten: Jordanien “Beginnt den Krieg und führt ihn schnell zu Ende“- diese Einstellung ist insgeheim unter Jordaniens Elite weit verbreitet. Auch wenn ein Krieg die Gefahr birgt, das Land zu destabilisieren. Staat und Gesellschaft scheinen sich in einer Sache einig zu sein: sie hegen eine aufrichtige Abneigung gegen das irakische Regime. Das Problem erwächst jedoch der Rolle, die den USA bei der„Überwindung“ Saddam Husseins zufällt. Das jordanische Regime steht mächtig unter Druck und ist weit davon entfernt, eine unabhängige Außenpolitik betreiben zu können. König Abdullahs strategische und finanzielle Allianz mit den USA, Jordaniens wirtschaftliche Abhängigkeit von den Öllieferungen aus dem Irak und das vielfältige Verbindungsgeflecht mit Palästina bilden die maßgeblichen Determinanten für politische Entscheidungen des Regimes. König und Regierung, die sich jeden innenpolitischen Widerstand verbieten, können es sich zwar nicht leisten, ihren wichtigsten Unterstützer zu verprellen. Sich allzu offensichtlich mit der Sache der Vereinigten Staaten zu solidarisieren arbeitet hingegen den oppositionellen Kräften im Land zu. Ein ‚klinischer Eingriff’ nach dem Vorbild des Zweiten Golfkrieges könnte dem jordanischen Regime eher nützen als ein brutaler, in die Länge gezogener Krieg. Auf jeden Fall hätte ein Angriff auf den Irak nicht nur eine Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens zur Folge sondern auch eine Reihe unbekannter Konsequenzen für Jordanien. Die Maßnahmen der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Brennpunkt IRAK werden vom Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika koordiniert. Informationen zum Thema finden Sie unter www.fes.de/brennpunkt
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