Druckschrift 
Nach dem Irak - vor dem Euro - inmitten alten Problemen : eine erste britische Nachkriegsbilanz
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

BÜRO LONDON Dr Gero Maass The Chandlery, Office 609 50 Westminster Bridge Road London SE1 7QY Tel:+44-(0)20-7721 8745 Fax:+44-(0)20-7721 8746 e-mail: feslondon@dial.pipex.com website: www.fes.de/london NACH DEM IRAK VOR DEM EURO INMITTEN ALTEN PROBLEMEN Eine erste britische Nachkriegsbilanz Dr. Gero Maass London, 29. Mai 2003 "In wartime…truth is so precious that she should always be attended by a bodyguard of lies."(Winston Churchill) 1. Nachkriegswehen Wieder steigende Popularität von Blair mit Kriegsbeginn: Im März dieses Jahres so schien es, als hinge die Premierschaft von Tony Blair an einem seidenen Faden: Umfragen kurz vor Kriegsbeginn offenbarten, dass die Mehrheit der Bevölkerung einen nicht-UN-legitimierten Irak-Einsatz ablehnte. Auch innerhalb der Labour-Fraktion formierte sich Widerstand, der sich in Parteiaustritten spiegelte und in den Parlamentsabstimmungen von Ende Februar und vom 18. März, wo er sich nur mit Mühe die eigene Labour-Mehrheit für den Kriegseinsatz sichern konnte. Bislang ohne große Auswirkungen auf die Labour Party und die politische Szenerie blieben die Rücktritte von Robin Cook und Clare Short. Trotz ihrer heftigen Kritik an Blair vor Kriegsbeginn im März war die ehemalige Entwicklungshilfeministerin zunächst im Kabinett verblieben, um dann doch Anfang Mai wegen Differenzen beim irakischen Wiederaufbau ihren Hut zunehmen. Hatte Robin Cooks Entscheidung nach Kriegsbeginn im März allseitigen Respekt ausgelöst, rief Frau Shorts Taktieren selbst bei befreundeten MPs Unverständnis hervor zumal sie in ihrer medialen Rücktritterklärung zum Rundumschlag gegen Tony Blair ausholte. Durch seinen"präsidialen Amtsstil" stehe er in der"Gefahr mehr mit seinem Platz in der Geschichte beschäftigt zu sein und darüber seine Errungenschaften zu gefährden".