Brennpunkt IRAK Norbert von Hofmann Südostasiens Positionen zum Irak Konflikt „Eine große und mächtige Nation, gemeinsam mit ihren Verbündeten, handelt unter Missachtung von internationalem Recht, humanitärer und universaler Gerechtigkeit“ (Malaysias Stellv. Premierminister Abdullah Ahmad Badawi) Wie die Europäische Union, so ist auch die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten ASEAN in der Beurteilung des Irak-Konfliktes tief gespalten. Der Versuch, eine gemeinsame Stellungnahme zur unilateralen Irak-Politik der Vereinigten Staaten von Amerika zu formulieren, scheiterte am Einspruch Singapurs und der Philippinen. Die Erklärung der Außenminister der ASEAN anlässlich eines(seit langem geplanten) informellen Treffens am 19. März 2003 in Sabah/ Malaysia beschränkt sich deshalb auf sehr allgemeine Aussagen: - Die Minister waren sich einig in der Ansicht, dass der Krieg zwangsläufig zu Verlusten unter der Zivilbevölkerung und zu verstärkten Spannungen in der Region führen wird. Dies wird verbunden sein mit ernsthaften weltweiten politischen und wirtschaftlichen Problemen und der möglichen Zunahme von internationalem Terrorismus. - Die Minister sahen, trotz der bereits begonnenen kriegerischen Auseinandersetzungen, eine weitergehende wichtige Rolle für die Vereinten Nationen im Irak-Konflikt. - Die Mitgliedsstaaten der ASEAN müssen einen Beitrag zur humanitären Hilfe im Irak leisten, insbesondere nach Beendigung des Krieges, um dadurch eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Die tiefgreifenden Differenzen in den Auffassungen der einzelnen Mitgliedsländer zum Vorgehen der USA konnten nicht überwunden werden. Während in den Ländern mit einer überwiegenden moslemischen Bevölkerung, aber auch in Thailand, die Empörung über den Kriegsbeginn wächst, unterstützen die Regierungen der Philippinen und Singapurs die Politik der USA, ohne sich jedoch an militärischen Aktionen beteiligen zu wollen. Malaysias amtierender Premierminister Abdullah Badawi sprach von einem Verstoß gegen alle internationalen Normen. Das einseitige Vorgehen der USA, vorbei an den Vereinten Nationen und gegen den Widerstand der Mehrheit der Länder der Welt, verheißt aus seiner Sicht nichts Gutes. Die USA haben damit einen Präzedenzfall in der internationalen Politik geschaffen. Nach wie vor fehlen Beweise für eine tatsächliche Bedrohung der USA und der Welt durch den Irak. Badawi, der im Oktober diesen Jahres auch den Vorsitz der ‚Organisation der Islamischen Konferenz’ übernehmen wird, sieht die Regierungen der islamischen Staaten unter Druck gesetzt:„Militante Gruppen und Terroristen werden die Situation ausnützen, aber auch moderate Muslime sind verärgert“.„Der Angriff der USA auf den Irak ist ein schwarzer Punkt in der Geschichte und die Welt sieht, dass Macht gleich Recht ist“. Die Regierung von Indonesien, dem bevölkerungsreichsten moslemischen Land der Welt, verurteilte den Angriff auf den Irak aufs Schärfste.„Indonesien betrachtet das einseitige militärische Vorgehen gegen den Irak als einen aggressiven Akt, der gegen internationale s Recht verstößt. Diese Militäraktion bedroht die Weltordnung!“ Mit diesen deutlichen Worten kritisierte Präsidentin Megawati Suekarnoputri Die Maßnahmen der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Brennpunkt IRAK werden vom Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika koordiniert. Informationen zum Thema finden Sie unter www.fes.de/brennpunkt
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