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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland : Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland ßung neuer Marktpotenziale für die Wärmeabgabe. Die Potenzialerschließung ist von besonderer Bedeutung, da sie über das realisierbare Gesamtpotenzial der KWK entschei­det. Nennenswerte(neue) KWK-Potenziale werden vor allem in der Industrie, dezentralen Nahwärmenetzen und in der Haus- und Objektversorgung gesehen. Einfache Abschät­zungen weisen diesbezüglich mittel- bis langfristig ein technisches Potenzial in Höhe von etwa 1.370 PJ für den Wärmeabsatz und je nach Stromkennzahl etwa 220 bis 380 Mrd. kWh für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen aus(Enquete-Kommission 2002). Dabei wurden bereits für jeden betrachteten Sektor nennenswerte Einsparerfolge bei der thermischen Endenergienachfrage berücksichtigt. Die absolute Nutzung der KWK würde sich demnach gegenüber 2000 um einen Faktor von rd. 4 bis 6 bei der Stromerzeugung und von rd. 3 bei der Wärmeabgabe steigern lassen. Hinzu kommen noch zusätzliche Potenziale durch die Kombination von KWK mit Prozessen für die Kälteerzeugung (KWKK 8 ) im Bereich der Kühlung bzw. Klimatisierung. Nahezu die Hälfte des thermischen Potenzials(rd. 49%) entfällt dabei auf den Einsatzbe­reich der Haus- und Objektversorgung, so dass die erreichbare Potenzialausschöpfung stark von der technisch-ökonomischen Entwicklung der kleinen KWK Anlagen und deren tatsächlichen, zeitgerechten Verfügbarkeit abhängt. Dieser Gegensatz(hohes Potenzial vs. früher technischer Entwicklungsstufe) unterstreicht die Bedeutung und Notwendigkeit der anstehenden FuE-Arbeiten bezüglich kleiner KWK-Anlagen. Aufgrund seiner relativ dichten Besiedlungsstruktur und hohen Industrie- und Gewerbe­dichte bietet Deutschland grundsätzlich gute Voraussetzungen für einen nennenswerten Ausbau der KWK. Speziell im Bereich der Biomassevergasung weisen die in diesem Bereich tätigen Akteure in Deutschland sowohl eine hohe technologische Kompetenz als auch eine gute Vernet­zung untereinander auf(Wuppertal Institut 2002). Weitaus größere Marktpotenziale sind allerdings auf dem internationalen Markt, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungs­ländern(große Biomassepotenziale) zu erwarten. Der Schlüssel zu deren Erschließung wird in der Entwicklung einfacher und dennoch robuster sowie flexibler Systemtechnik und passender Finanzierungskonzepte sowie dem Aufbau von entsprechenden Akteurs­Netzwerken und Initiativen gesehen. Hier bietet sich im Rahmen von JI und CDM 9 neue Chancen und Möglichkeiten, dieser Technik zu einer größeren Marktdurchdringung zu verhelfen. 1.3.5 Erneuerbare Energien= Neben der Energieeinsparung und der effizienten Bereitstellung von Strom und Wärme durch fossile Energieträger stellt der Ausbau erneuerbarer Energien für die nachhaltige Entwicklung des Energiesystems ein weiteres, vor allem langfristig wichtiges Strategieele­8 KWKK: Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung 9 Joint Implementation(CI) steht fürGemeinsame Projektdurchführung und Clean Development Me­chanism(CDM) steht fürMechanismus für umweltverträgliche Entwicklung. Diese Klimaschutz­Instrumente werden im Kyoto-Protokoll geregelt. Bei diesen Mechanismen führen die z.B. durch eine im Ausland gesteigerte Energieeffizienz verursachten Emissionsminderungen zur Ausgabe von Emissions­minderungszertifikaten an den Projektentwickler. Siehe dazu ausführlicher Abschnitt 2.1.1.5 auf Seite 40 ff. 20