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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland : Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland 1.3.6 Energiedienstleistungen Effiziente Energieverwendung und-erzeugung sowie erneuerbare Energien sind volkswirt­schaftlich vorteilhaft und haben eine hohes Potenzial für Innovation, Beschäftigung und Wertschöpfung. Allerdings steht das Thema Energie und besonders Energieeffizienz bei vielen Unternehmen und Verbrauchern nicht im Vordergrund, weder auf der Kundenseite noch bei Herstellern, Planern, Handel und Handwerk, die Geräte, Anlagen und Gebäude anbieten und installieren. Vor allem die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten bei der effi­zienten Energieverwendung sind für die meisten unübersichtlich und würden daher einen hohen Informations- und Umsetzungsaufwand erfordern. Energieeffizienz wie auch die Nutzung erneuerbarer Energie muss daher so einfach und attraktiv wie möglich gemacht werden. Ein professionelles Bindeglied zwischen Anbietern und Kunden energieeffizienter Anwendungstechnik ist daher notwendig, um durch Energiedienstleistungen die vielen Hemmnisse einer effizienteren und umweltverträglicheren Energienutzung zu überwinden und die Transaktionskosten besonders von Energieeffizienz-Maßnahmen, aber auch von dezentraler Erzeugung von Strom und Wärme zu senken. Dies ist eine wichtige Ergän­zung für Maßnahmen der Energiepolitik, die Anbieter und Nachfrager innovativer Ener­gietechnik direkt motivieren und unterstützen. Um den Markt für Energiedienstleistungen zu entwickeln, bedarf es jedoch ebenfalls einer Rückendeckung durch die Energiepolitik. Energiedienstleistungen müssen künftig viel konsequenter als profitables Geschäftsfeld erschlossen werden. Notwendig sind dabei nicht nur von den Kunden direkt bezahlte Energiedienstleistungen wie z.B. vom Kunden bezahlte Energieanalysen, Energiespar­Contracting, energieeffiziente Nutzenergielieferungen, Vermietung energieeffizienter Geräte oder Anlagen. Der Markt für solche Energieeffizienz-Dienstleistungen entwi­ckelt sich insbesondere für größere Kunden. Über 400 Unternehmen bieten beispielsweise in Deutschland Energieanlagen-Contracting an. Und die Zahl der Anbieter von Ener­giespar-Contracting, z.B. bei Druckluft, Klimatisierung, Beleuchtung nimmt ebenfalls zu (EM/Technomar 2000). Die Politik sollte diese Entwicklung unterstützen und beschleuni­gen, indem sie beispielsweise die Nachfrage nach derartigen Dienstleistungen stimuliert. Vor allem für standardisierte Produkte, bei denen die jährlich verkaufte Stückzahl hoch, aber die Einsparung pro Stück relativ klein ist, sind daher Energieeffizienz-Programme die Energiedienstleistung der Wahl. Dazu gehören z.B. gezielte Information/Beratung, kostenlose Energiechecks, Prämien für energieeffiziente Geräte, Direktinstallation ener­gieeffizienter Technik. Solche Programme kombinieren Information, Aus- und Weiterbil­dung, Beratung und Prämien, stoßen Umsetzungsprozesse an und schaffen Netzwerke der relevanten Akteure. Sofern diese Programme die Kosten der Volkswirtschaft insge­samt reduzieren, sollten sie von der Gesellschaft oder besser von der Kundengruppe, die davon profitiert, gemeinschaftlich finanziert werden, um dem professionellen Bindeglied seine Arbeit zu ermöglichen. Das kann über die Energiepreise erfolgen, aber auch aus dem Aufkommen einer Energie- oder CO 2 -Steuer, oder aus allgemeinen Steu­ermitteln. Zum Thema Energieeffizienz-Fonds siehe ausführlich Abschnitt 2.1.5.1 auf Seite 52. Energieunternehmen sollten in die Prozesse der Umsetzung von Energieeffizienz einbe­zogen werden oder sogar eine wichtige Rolle dabei erhalten, da sie angebots- und nach­frageseitige Energieeffizienz bei der Befriedigung energierelevanter Bedürfnisse integrie­25