Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland Der Bund kann hier z.B. als Initiator von Akteursnetzwerken agieren, in denen sich die Marktteilnehmer zu strategischen Allianzen zusammenschließen, um als Gesamtheit derartige Angebote machen zu können. Auch das Initiieren von weiteren Pilotprojekten im Bereich solarthermischer Kraftwerke oder anderer fortschrittlicher Projekte(z. B. der Zusammenschluss solarthermischer Kraftwerke mit Meerwasserentsalzungsanlagen) ist sinnvoll. Auch die Vergabe von Bürgschaften für den Aufbau derartiger neuer Märkte erscheint möglich. Diese Maßnahmen führen zwar in Deutschland selbst zu keiner CO 2 -Minderungswirkung, sie können aber von den Unternehmen im Inland im Rahmen des EU-Emissionshandels genutzt werden. Gleichzeitig können hier frühzeitig Erfahrungen mit den flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls gesammelt werden. 2.1.1.4 Lösungsansätze zur Entwicklung dezentralerer Strukturen des Energiesystems Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung Von besonderer(unmittelbarer) Bedeutung für die KWK in Deutschland sind derzeit das „Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-WärmeKopplung“(KWKModG, April 2002), die in diesem Rahmen ausgehandelte freiwillige Selbstverpflichtungserklärung(SVE-KWK) der deutschen Wirtschaft und das nationale Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Letzteres sieht Einsparungen an CO 2 Emissionen in Höhe von 10 Mio. t bis 2005 und mindestens 20 Mio. t bis 2010 vor, die jeweils zur Hälfte durch die SVE-KWK und das KWKModG erbracht werden sollen. Dies würde im Vergleich zu den heutigen CO 2 -Gesamtemissionen in Deutschland einen Minderungsbeitrag um etwa rd. 2% bis 2020 darstellen. Eine Zwischenüberprüfung im Jahr 2004 soll ermitteln, ob die genannten Ziele erreicht werden können oder inwieweit ggf. weitere Maßnahmen(z.B. eine KWK-Mengenregelung) ergriffen werden müssen. Die Förderung nach KWKModG erfolgt über finanzielle Zuschläge für eingespeisten KWKStrom, wobei von den fünf verschiedenen Anlagentypen die kleinen KWK Anlagen(< 50 kW el ) mit 5,11 ct/kWh den höchsten Vergütungssatz erhalten. Hiernach ist prinzipiell am ehesten mit einer positiven Belebung des Marktes kleiner KWK zu rechnen. Dies scheinen die Auftragseingänge ausgewählter KWK-Anbieter zu bestätigen(siehe Tabelle 3). Allerdings wird die positive Entwicklung bei Klein-KWK durch den deutlich höheren Auftragsrückgang bei größeren KWK-Anlagen demnach überkompensiert, so dass unter dem Strich keine positive Anreizwirkung erkennbar wird. Tabelle 3: Auftragseingang(Inland) für KWK-Anlagen vor und nach In-Kraft-Treten des KWKModG April 2002, gestaffelt nach den geförderten Leistungsbereichen Zeitraum Apr.-Okt 1998 Apr.-Okt 2001 Apr.-Okt 2002 Größengruppen der KWK-Anlagen(in kW el ) A(< 50 kWel) B(50-2000 kWel) C(> 2 Mwel) 4.360 63.660 34.794 3.651 19.192 15.665 5.911 18.287 3.750 Gesamt 102.814 38.508 27.948 38
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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland : Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
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