Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland Bund sind künftig im Wettbewerb auszuschreiben, wobei im Ausschreibungstext ökologischen Qualitätsmerkmale zu verankern sind. So sollte der Anteil von in KWK-Anlagen und ggf. regenerativ erzeugtem Strom, der über das Erneuerbare-Energien-Gesetz hinaus gefördert werden soll, künftig im Ausschreibungsverfahren verbindlich festgelegt werden. Durch Contracting und Betreibermodelle(ggf. mit Bürgerbeteiligung) sollten darüber hinaus die Potenziale für KWK-Anlagen und erneuerbare Energien in und auf bundeseigenen Gebäuden verstärkt genutzt werden. 2.2 Ressourceneffizienz Die Herstellung und die Nutzung von Investitions- und Konsumgütern sind mit einem Material- und Energieeinsatz verbunden, der in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht in einem engen Wechselverhältnis steht. Die Energie-Enquete-Kommission(2002) hat daher die Energieeffizienzpotentiale untersucht, die durch verstärkte Kreislaufführung sowie durch bessere Material- und intensivere Produktnutzung erschlossen werden können. Häufig ist den Investoren und Nutzern nicht bekannt, welche(energieintensiven) Materialarten und welche Materialmengen in bestimmten Produkten und Investitionsgütern enthalten sind und welcher Energiebedarf zu ihrer Herstellung, zur Weiterverarbeitung, zum Transport, während der Nutzung und schließlich für die Entsorgung bzw. Wiederverwendung aufgewandt werden muss. Für den Antransport und die Verarbeitung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden Energie und Kosten auch dann aufgewendet, wenn sie nicht zur Wertschöpfung beitragen, sondern als Reststoff(z.B. als Abfall, Abwasser, Abluft, Abwärme) wieder entsorgt werden müssen. Lebenszyklusanalysen(„von der Wiege bis zur Bahre“) und Systemoptimierungen zeigen daher häufig umfangreiche Energieeinsparpotenziale, die auch zu erheblichen wirtschaftlichen Kosteneinsparungen führen können. Die Energie-Enquete-Kommission unterscheidet vier Strategien, wie eine effizientere Materialnutzung auch zu erheblichen Energiesparpotenzialen führen kann. Im Vergleich zu einer Trendentwicklung(„Referenz-Szenario“) lassen sich die folgenden zusätzlichen Energieeinsparungen bis zum Jahr 2030 erreichen, wenn eine aktive Politik zur Steigerung der Materialeffizienz(„Nachhaltigkeitsszenario“) unterstellt wird: 1. Verstärktes Recycling(128 PJ) 2. Geringerer spezifischer Materialbedarf(193 PJ) 3. Materialsubstitution(118 PJ) 4. Gesteigerte Nutzungsintensität(65 PJ) Die Kommission geht davon aus, dass im Referenzfall bereits etwa 465 PJ(etwa 5% des heutigen Energiebedarfs) und durch eine bewusste Nachhaltigkeitspolitik zusätzlich noch ein Potenzial in etwa der gleichen Höhe erschlossen werden kann(s.o.). Wegen fehlender Detaildaten ist hierbei das Potenzial noch nicht im vollem Umfang erfasst. Allein diese Größenordnung zeigt, dass die Materialeffizienz einen erheblichen Einfluss auf die Nachfrage nach Energiedienstleistungen hat. Es macht daher auch Sinn, entsprechende Qualifikation vorausgesetzt, bei Betriebsanalysen z.B. im Rahmen von Energieeinspar-Contracting auch die Steigerung der Materialeffizienz – quasi als positiven Ne58
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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland : Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
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