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Regierungswechsel in der Dominikanischen Republik : die Rückkehr des "Schönwetterpräsidenten" in stürmischen Zeiten
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28.06.2004 Regierungswechsel in der Dominikanischen Republik: Die Rückkehr desSchönwetterpräsidenten in stürmischen Zeiten Am 16. Mai wurde Leonel Fernández von der oppositionellen PLD im ersten Wahlgang zum neu­en Präsidenten der Dominikanischen Republik gewählt. Die Wiederwahlambitionen des noch amtierende Präsidenten Hipólito Mejía vom PRD erhielten eine deutliche Abfuhr. Von nationalen wie internationalen Beobachtern wurde die Wahl als eine der transparentesten und best organisierten in der Geschichte des Landes bezeichnet. Ausschlaggebend für das Wahlergebnis war die schwere wirtschaftliche Krise, in der sich das Land gegenwärtig befindet. Die neue Regierung, die am 16. August ihr Amt antreten wird, wird vor schweren Herausforde­rungen auf wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischem Feld stehen. Zu den dringendsten Aufgaben gehören die Sanierung der öffentlichen Finanzen und eine Steu­erreform. Unter dem Eindruck der seit Jahren schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes waren am 16. Mai in der Dominikanischen Republik gut 5 Millionen Bürger zur Wahl ihres Präsiden­ten aufgerufen. Bei einer hohen Wahlbeteili­gung von ca. 73 Prozent erteilten sie dabei- wie im Vorfeld schon von vielen Umfrageinstituten vorausgesagt dem zur Wiederwahl angetrete­nen Präsidenten Hipólito Mejía und seinem Par­tido Revolucionario Dominicano(PRD) eine deut­liche Abfuhr. Mejía, dem die Hauptverantwor­tung für die dramatische Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation seit Ende 2002 zuge­schrieben wird, musste sich mit lediglich 33,65% der Stimmen schon im ersten Wahl­gang Leonel Fernández vom Partido de la Libe­ración Dominicana(PLD) geschlagen geben. Fernández, der schon von 1996 bis 2000 Präsi­dent war, konnte 57,11% der Stimmen auf sich vereinigen und ging somit als eindeutiger Sie­ger aus den Wahlen hervor. Fast 24 Prozentpunkte liegt er in der Wählergunst vor Mejía. Die dritte große und traditionsreiche Partei des Landes, der Partido Reformista Social Cristiano(PRSC) des im Juli 2002 verstorbenenewigen Caudillo und mehrmaligen Präsidenten Joaquín Balaguer erlebte mit ihrem Kandidaten Eduardo Estrella mit nur 8,65% gar einen Absturz an den Rand der Bedeutungslosigkeit. Wahlergebnisse 2004 Estrella (PRSC) Andere 8,65% 0,59% Fernández (PLD) 57,11% Mejía (PRD) 33,65%