30.09.04 Die unbequeme Wahrheit Peru ein Jahr nach der Übergabe des Berichts der Wahrheitskommission Vor rund einem Jahr veröffentlichte die peruanische Wahrheits- und Versöhnungskommission ihren Abschlussbericht über die Verbrechen des Bürgerkriegs(1980- 2000). Ein Jahr danach steht die Umsetzung der meisten Empfehlungen noch aus. Die Programme zur Wiedergutmachung lassen auf sich warten, und die eingeforderten Refo rmen in Armee und Polizei sowie bei der Justiz schleppen sich hi n. Von Versöhnung kann bisher keine Rede sein. Im Juni 2001 beschloss die Übergangsregierung unter Valentin Paniagua, die nach der Flucht von Fujimori die Geschicke des Landes in die Hand genommen hatte, die Schaffung einer sog. Wahrheitskommission, die die von beiden Seiten begangenen Menschenrechtsverle tzungen aufklären sollte. Die jetzige Regierung Toledo hat dieses Mandat ausdrücklich bestätigt und die Aufgabe um den Aspekt der Versöhnung ergänzt. Alle Mitglieder der Kommission galten als qualifi zierte und unbestechliche Fachle ute. Nach der Anhörung von 17.000 Zeugen und Fachleuten verschiedener Disziplinen und Länder legte die Kommission am 29.8.2003 ihren Abschlussbericht vor. Demnach hat der Bürgerkrieg nicht 27.000 Menschen, wie bis dahin angenommen, sondern fast 70.000 gefordert und unzählige Folteropfer, Waisen, vergewaltigte Frauen, 500.000 Flüchtlinge und ca. 200.000 traumatisierte Menschen hinterlassen. 85 % der Opfer stammen aus den ärmsten, in den Anden gelegenen Regionen des Landes, 75% der Umgekommenen waren Indios. Dabei war der Sendero Luminoso für 54% der Taten verantwortlich, die kleinere Guerilla“Tupac Amaro/MTRA für 1,5%, 28% der Opfer haben die Sicherheitskräfte(Militärs und Polizei) zu verantworten und 13% die paramilitärischen Gruppen. Der Bericht begnügt sich aber nicht mit der Aufklärung und Beschreibung der Gräueltaten, sondern fragt auch nach den Ursachen des Konflikte. So habe der im Lande seit der Unabhängigkeit vo r1
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Die unbequeme Wahrheit : Peru ein Jahr nach der Übergabe des Berichts der Wahrheitskommission
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