Print 
Südkorea 2002 und 2004 : das Establishment wird abgewählt
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

April 2004 Südkorea 2002 und 2004: Das Establishment wird abgewählt Dr. Dr. Peter Gey, Friedrich-Ebert-Stiftung, Seoul Nach dem Sieg des politischen Außenseiters Roh Moo-Hyun bei den Präsidentschafts­wahlen 2002 war der überragende Erfolg der erst vor sieben Monaten gegründeten und ihn unterstützenden Uri-Partei bei den Parlamentswahlen vom 15. April 2004 eine weitere schwere Niederlage für die etablierten Parteien Grand National Party und Millennium Democratic Party. In der 17. Legislaturperiode sind die Abgeordneten jünger, und es sind deutlich mehr Frauen unter ihnen. Erstmals überhaupt ist eine eindeutig linke Partei im Parlament ver­treten. Die Uri-Partei verdankt ihren Erdrutschsieg unmittelbar der Arroganz der etablierten Par­teien, die einen Monat vor den Wahlen trotz großer Entrüstung unter der Bevölkerung ihre parlamentarische Überlegenheit nutzten, um gegen den direkt gewählten Präsideten ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Gleichzeitig ist der Einzug Roh Moo-Hyuns in das höchste Staatsamt und der Aufstieg einer neuen politischen Partei, die sich auf die jüngeren Generationen der386er und Netizens stützt, Ausdruck des tiefen und weitreichenden sozialen, wirtschaftlichen und demografischen Wandels, den Südkorea in den vergangenen vierzig Jahren vollzo­gen hat. Neulinge gewinnen die Parlaments­wahlen Nach den Präsidentschaftswahlen vom De­zember 2002, bei denen sich mit Roh Moo­Hyun ein politischer Außenseiter durchge­setzt hatte, erlitt das politische Establish­ment Südkoreas bei den Parlamentswahlen vom 15. April 2004 eine erneute Niederla­ge. Die vom ehemaligen Präsidenten Kim Dae-Jung gegründete ehemalige Regie­rungspartei Millennium Democratic Party (MDP) erreichte nur noch neun Mandate und kämpft um ihr politisches Überleben. Die konservative Grand National Party(GNP) verlor ihre parlamentarische Mehrheit und ist nur noch zweitstärkste Fraktion. Ge­meinsam mit der kleinen Partei United Libe­ral Democrats(ULD) hatten sie mit einer überlegenen Drei-Viertel-Mehrheit einen Monat zuvor noch ein Amtsenthebungsver­fahren gegen Präsident Roh Moo-Hyun ein­geleitet. Das sollte sich als Fehler herausstel­len. Die erst im September 2003 von Anhängern Roh Moo-Hyuns gebildete Yeollin Uri Dang (Unsere Offene Partei), kurz Uri-Partei ge­nannt, erzielte einen überwältigenden Sieg. Sie konnte die Zahl ihrer Abgeordneten von - 1-