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Die Waffen schweigen : wird der Frieden in Angola halten?
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FES: Referat Naher und Mittlerer Osten/Nordafrikfaile|:N//a/Hho|/sAt FRIKA/QUERSCHNITT&DIVERSES...AT/SONDERBERICHTE/ANGOLA_KB_04_02.HTML April 2002 Die Waffen schweigen. Wird der Frieden in Angola halten? Dr. Sabine Fandrych Seit dem 22.Februar 2002, dem Tag an dem Jonas Savimbi, der Rebellenchef und Begründer der angolanischen Befreiungsbewegung União Nacional para a Indepêndencia Total de Angola(UNITA) von einer Einheit der Regierungsarmee aufgespürt und in einem Feuergefecht getötet wurde, geht der Friedensprozess in Angola in atemberaubendem Tempo voran. Die Beendigung des angolanischen Bürgerkrieges, der über eine Million Kriegsopfer gefordert hat und mit Ausnahme kurzer und fragiler Friedenszeiten(1991-1992, 1995-1998) seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1975 andauerte, ist Anfang April 2002 durch die Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens in greifbare Nähe gerückt. Das Abkommen ist ein Zusatz zu den formal noch gültigen Friedensverträgen von Bicesse(1991) und dem Protokoll von Lusaka(1994). Trotz dieser positiven Schritte sind für einen dauerhaften Frieden in Angola noch zahlreiche politische, ökonomische und soziale Herausforderungen zu bewältigen. Die vollständige Umsetzung der Friedensverträge erscheint ohne eine Anpassung an die veränderten Realitäten des Landes illusionär, unter anderem aufgrund der Tatsache, dass sich eine der Vertragsparteien im Jahr 1998 gespalten hat: Während die kleine zivile ‚UNITA renovada noch offiziell als Vertragspartei der Friedensabkommen gilt, hat die ehemals ‚militaristische UNITA nach dem Tod ihres Vorsitzenden Jonas Savimbi im Februar 2002 eine geschäftsführende Kommission unter Leitung des Generalsekretärs Paulo Lukamba Gato gegründet, das als Vertragspartner des Waffenstillstands fungiert. Das Ende eines Guerrilla-Führers Als Afrikas einstmals bedeutendster Rebellenchef in einem Hinterhalt der Regierungstruppen in Angolas Ostprovinz Moxico sein Leben ließ, nachdem angeblich die Funkwellen seines Satellitentelefons seinen Standort verraten hatten, war er nur noch von einem kleinen Häuflein von Getreuen umgeben und anscheinend auf der Flucht in das benachbarte Sambia. Mehr als die Hälfte von Savimbis etwa 500 Mann starkem letzten Aufgebot sollen, vertraulichen Angaben 1 von 11 06.06.03 15:33