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Präsidentschaftswahlen in Mali : Ex-Premier IBK gescheitert - ATT an der Spitze
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FES: Referat Naher und Mittlerer Osten/Nordafrikafi|leN:/a/h/Hos|/tAFRIKA/QUERSCHNITT&DIVERSES...ERAT/SONDERBERICHTE/MALI_KB_04_02.HTML Präsidentschaftswahlen in Mali: Ex-Premier IBK gescheitert ATT an der Spitze Ohne große Zwischenfälle und in einer von Respekt für den politischen Gegner gekennzeichneten Atmosphäre fand in Mali die erste Runde der Präsidentschaftswahlen statt, deren vorläufiges amtliches Endergebnis von Innenminister Ousmane Sy am Freitag abend veröffentlicht wurde. Danach setzte sich, wie von vielen Beobachtern vermutet, der ehemalige Übergangspräsident und General im Ruhestand, Amadou Toumani Touré(ATT), mit 602.998 Stimmen (27,98%) an die Spitze, gefolgt vom offiziellen Kandidaten der gegenwärtigen Regierungspartei ADEMA, Soumaila Cissé, mit 489.957 Stimmen(22,74%) und dem ehemaligen Premierminister Ibrahim Boubacar Keita(IBK), mit einem Votum von 445.030 Stimmen(20,65%). Zum großen Unmut seiner Anhänger wird IBK an der nun anstehenden Stichwahl nicht mehr teilnehmen. Der Parteigründer der RPM, einer Abspaltung der ADEMA, zeigte sich als schlechter Verlierer und zog seine Vertreter noch vor Verkündigung des Endergebnisses aus der offiziellen Wahlkommission zurück. Bei der Zusammenführung der Teilergebnisse aus den Regionen, die unter sehr schwierigen Bedingungen, teilweise über Telefon, teilweise über Funk, erfolgte, sei es zu Manipulationen gekommen. Mit Spannung erwartet man daher das Urteil des Verfassungsgerichtes, dass sich im Laufe des heutigen Montags zur Gültigkeit der Abstimmung äußern wird. Ebenfalls ausstehend ist die Beurteilung durch die unabhängigen internationalen Wahlbeobachter, die überein gekommen waren, sich erst nach dem obersten Gerichtshof zu äußern. Im Gegensatz zu den chaotisch verlaufenden Wahlen von 1997 kann die Abstimmung dieses Jahr bislang als großer Erfolg für eine weitere Konsolidierung der malischen Demokratie gewertet werden. Das gesamte Spektrum der malischen Parteienlandschaft, mit immerhin 81 Parteien, beteiligte sich an der Wahl, die mangels genauerer Kriterien für die Aufstellung von Kandidaten 24 Herren zur Auswahl bot. Die Kandidatur einer einzigen Frau, hatte vor dem Verfassungsgericht nicht standgehalten, nachdem Sidibé Awa Sanogo, die vorgeschriebene Anzahlung von umgerechnet 7.600 EURO an das Innenministerium nicht aufbringen konnte.Wählt den, der Euch zum Lachen bringt und nicht die, die Euch weinen lassen, lautete stattdessen der Slogan von Guimba National, Malis berühmtesten Komödianten, der seine Kandidatur als Volkserziehung verstanden wissen wollte und damit immerhin den 21. Platz 1 von 3 16.06.03 13:52