Druckschrift 
Präsidentschaftswahlen in Mali : General ATT wird aller Voraussicht nach neuer Staatspräsident
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

FES: Referat Naher und Mittlerer Osten/Nordafrikafi|leN:/a/h/Hos|/tAFRIKA/QUERSCHNITT&DIVERSES...ERAT/SONDERBERICHTE/MALI_KB_05_02.HTML Präsidentschaftswahlen in Mali: General ATT wird aller Voraussicht nach neuer Staatspräsident Nach Auszählung von 70% der abgegebenen Stimmen im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen vom 12. Mai, liegt der pensionierte, 53 jährige General Amadou Toumani Touré(ATT), der ehemalige Vorsitzende der Transitionsregierung Malis von 1991, mit 68,35% vor seinem Konkurrenten, dem offiziellen Kandidaten der bisherigen Regierungspartei ADEMA, Soumaila Cissé, der nur 31,65% der Wähler auf sich vereinigen konnte. Möglich geworden ist dieses Ergebnis durch dasUmkippen Ibrahim Boubarcar Keitas(IBK), der sich nach seinem Ausscheiden aus dem zweiten Wahlgang, entgegen aller vorherigen Beteuerungen, hinterseinen Bruder ATT stellte und Soumaila Cissé das vorher versprochene Vertrauen entzog. Der Stachel aus dem monatelangen Zwist zwischen dem ehemaligen ADEMA-Vorsitzenden IBK und seiner einstigen Partei saß doch zu tief, als dass IBK ihr den Sieg gegönnt hätte. Sein opportunistisches Verhalten hält ihm zudem die Option offen, nicht als Oppositionsführer, sondern eventuell erneut als Premierminister von ATTs Gnaden berufen zu werden, ein Amt, dass er unter dem scheidenden Präsidenten Konaré bis zum Februar 2000 innehatte. Die ADEMA ist tot, lautet demnach auch ein viel zitiertes Wort dieser Tage in Bamako. In der Tat kommt den nun bevorstehenden Parlamentswahlen am 14. Juli eine außerordentlich bedeutende Rolle zu, denn sollte die seit Monaten zerstrittene und zuletzt gespaltene ADEMA, die bisher als einzige Partei in ganz Mali vertreten ist, die Bürgerinnen und Bürger nicht für sich mobilisieren können, steht nach zehn Jahren ein Wechsel in der Politik Malis an, der sich mit der Wahl ATTs bereits anzukündigen scheint. Noch wäre eine solche Feststellung jedoch verfrüht. Zwar sprechen die Oppositionszeitungen sich bereits sehnsüchtig dieAlternance herbei, doch deren Stimme wird oft überschätzt. Wie so oft spielt die politische Musik in der Hauptstadt, am Ergebnis des ersten Wahlganges vom 28. April ließ sich jedoch sehr gut ablesen, wie gering der Einfluss der Opposition in den weit verstreuten Gemeinden der riesigen Republik Mali ist. Keiner der von ihr aufgestellten Kandidaten erreichte mehr als 4% der Stimmen. 1 von 3 16.06.03 13:30