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Zwischenbilanz der politischen Verhältnisse im Senegal nach vier Jahren Alternance
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Zwischenbilanz der politischen Verhältnisse im Senegal nach vier Jahren Alternance Büro: Dakar/Senegal Berichterstatter: Mirko Hempel Mai 2004 Vom Musterschüler zum Sorgenkind Senegal nach vier Jahren Alternance Eine Bestandsaufnahme im westafrikanischen Musterland für Demokratie und Good Governance Einführung Nachdem am 19. März 2000 mit der Wahl des Führers der Oppositionspartei Parti Démocratique Sénégalais(PDS), Abdoulaye Wade, zum Präsidenten der Republik Senegal die 40-jährige Ära der Herrschaft der Parti Socialist(PS) unter den Präsidenten Leopold Sedar Senghor und Abdou Diouf zu Ende ging, war der Beweis erbracht, dass es im krisen- und kriegsgeschüttelten Westafrika möglich ist, Machtwechsel auch auf friedlichem und demokratischem Weg zu erreichen. Damit stieg der Senegal, auch vor dem Hintergrund der sich gleichzeitig abzeichnenden Krise eines bis dato weiteren Musterschülers der Region, der Elfenbeinküste, in die Liga der demokratischen Musterländer in Afrika auf. Während seit der Unabhängigkeit 1960 zunächst der Intellektuelle und Literat Senghor das Land mit enormer internationaler Anerkennung geführt hatte, war es im März 2000 vor allem die Art und Weise, wie Senghors Nachfolger Diouf die Wahlniederlage akzeptierte und die Macht an Wade übergab, die dem Senegal Respekt einbrachte und zu einer substantiellen Erhöhung der Entwicklungshilfen von außen führte. Die Senegalesinnen und Senegalesen hatten gewählt sie wollten einen Neuanfang mit einer unverbrauchten politischen Elite, die ihre Hoffnung nach der Lösung struktureller sozialer und wirtschaftlicher Probleme in kürzester Zeit erfüllen sollte. Dieser überwältigende Vertrauensvorschuss in die Person des neuen Staatspräsidenten und seine politischen Mitstreiter und der damit verbundene Druck, die gegebenen Versprechen auch einzulösen, erweisen sich im Jahr 2004 als eine zu hohe Hürde für die neue politische Elite. Die Bilanz von 4 Jahren Alternance fällt ernüchternd aus. Während das Land sich außenpolitisch weiter profilieren konnte und nach wie ein Sicherheitsfaktor für die Region ist, haben sich die 1