Juni 2005 Indiens hindu-nationalistische Rechtspartei auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit Manfred Haack, FES Delhi, Juni 2005 • Ein Jahr nach der Wahlniederlage der hindu-nationalistischen_Ü~ê~íáó~=g~å~í~=m~êíó= E_gmF hat diese den Verlust der Regierungsmacht noch nicht verwunden. • Die Partei hat ihren genuinen Konflikt zwischen Ideologie und Realpolitik vorerst zugunsten der Ideologie entschieden und gibt infolgedessen ihre politischen Einflussmöglichkeiten preis. • Diese prekäre Situation spitzt sich zu, als der bislang im Rufe eines Falken stehende Parteipräsident Lal Krishna Advani zu einer Friedensmission nach Pakistan aufbricht und dort in einer Weise von politischen Dogmen seiner Partei abrückt, die bei dieser Entsetzen und Ratlosigkeit auslöst. • Im Hintergrund der folgenden Personalquerelen zeichnet sich das Bild einer als nationale Partei gescheiterten_gm ab, die auf dem proklamierten Weg„Zurück zu den Wurzeln“ als ideologische Nischenpartei enden wird. Vor anderthalb Jahren schien die_Ü~ê~J íáó~=g~å~í~=m~êíó=E_gmF auf dem Höhepunkt ihrer politischen Macht. Der von ihr geführten Koalition unter dem populären Premierminister Atal Behari Vajpayee wurde nach einer von stolzem Selbstbewusstsein geprägten Wahlkampagne unter dem Slogan„ fåÇá~=pÜáåáåÖ“ ein glänzender Wahlsieg vorhergesagt. Vier Monate später erwiesen sich sowohl die Kampagne als auch deren affirmative Widerspiegelung in den Medien als Schimäre. Das am 12. Mai 2004 verkündete Wahlergebnis verwies die_gm und ihre Allianzpartner als klare Verlierer auf die Oppositionsbänke. Ideologie und Realpolitik im Konflikt Nur wenige Beobachter hatten in den Monaten vor der Wahl Zweifel an den sich wechselseitig übertrumpfenden Prognosen zugunsten der_gm geäußert und die eigentlich naheliegende Frage gestellt, woher denn die zusätzlichen Stimmen kommen sollten. Offenbar hatte die Suggestivkraft der fåÇá~= pÜáåáåÖ Kampagne den Blick auf die Realitäten verstellt, darunter die, dass die_gm bereits bei der vorangegangenen Wahl ihr Wählerpotential ausgeschöpft und darüber hinaus eine große Zahl naturgemäß flüchtiger Proteststimmen erhalten hatte. Drei andere Faktoren, auf denen die voreilige Siegeszuversicht der_gm-Führung beruhte, wurden überschätzt: – Erstens das irrationale Ergebnis einer Landtagswahl in Gujarat, die der militante`ÜáÉÑ= jáåáëíÉê Narendra Modi nach einem von ihm selbst angetriebenen Pogrom an Muslimen praktisch im Ausnahmezustand durchgezogen
Druckschrift
Indiens hindu-nationalistische Rechtspartei auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten