betrifft: Bürgergesellschaft 19 aáÉ=ëçòá~äÉ=_ÉÇáåÖíÜÉáí= Ä Ω êÖÉêëÅÜ~ÑíäáÅÜÉê=qÉáäÜ~ÄÉ= _~êÄ~ê~=píçäíÉêÑçÜí= Die Bürgergesellschaft gehört zu den Themen unserer Zeit und zu den Herausforderungen der Zukunft. Sie ist kein zu erreichender Zustand, sondern ein Ideal, dem man nachstreben muss. Wenn wir ehrlich sind, haben wir in den vergangenen Jahren keine zu großen Etappen auf diesem Weg zurückgelegt. Anspruch und Wirklichkeit klaffen noch immer deutlich auseinander. Warum das so ist, leuchtet aber nicht auf den ersten Blick ein. Schließlich gibt es wenige gesellschaftliche Projekte, die sich – wie die Idee der Bürgergesellschaft – einer kontinuierlich wachsenden Beliebtheit erfreuen, über alle ideologischen Grenzen hinweg. Meines Erachtens hat das zwei wesentliche Gründe. Zum einen erweist sich die Bürgergesellschaft als so etwas wie die„eierlegende Wollmilchsau“ des politischen Diskurses. Die Berufung auf sie ist beliebt, weil sich allerhand Hoffnungen und Erwartungen auf sie projizieren lassen werden. Die Idee der Bürgergesellschaft wird so mit zum Teil widersprüchlichen Erwartungen überfrachtet, die sie kaum erfüllen kann. Zum anderen ist die Rede von der Bürgergesellschaft immer so herrlich unverbindlich. Mit interesselosem Wohlgefallen parliert man über das Reich des Möglichen und vergisst demgegenüber die Tristesse des Diesseits. Wenn man aber den Fortschritt will, dann muss man seinen Blick auf die Faktoren richten, die über den Erfolg des Projekts entscheiden. Mann muss den Diskurs vom Kopf auf die Füße stellen. Dieser Text ist ein kleiner Beitrag zu einer notwendigen Debatte darüber. Meine Grundthese dabei ist: Die Bürgergesellschaft entwickelt sich schon deshalb nicht, weil sie von sozialen Voraussetzungen abhängig ist. Darum aber ist es schlecht bestellt. Der im Frühjahr 2005 vorgelegte 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung widmet sich erstmals in einem eigenen Kapitel dem Umfang gesellschaftlicher und politischer Partizipationen innerhalb der verschiedenen Einkommensgruppen. Ziel war es, neben der materiellen Armut auch die Ausgrenzung vom gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben einzubeziehen. Die dafür aufgewandten knapp zwölf Seiten im Bericht bieten zwar leider keine weitergehende Analyse, bestätigen aber eine wenig neue Erkenntnis. Ein geringes Einkommen führt dazu, dass sich Menschen deutlich weniger engagieren, egal ob im sozialen, politischen, sportlichen oder kulturellen Bereich: = ïïïKÑÉëKÇÉLÄìÉêÖÉêÖÉëÉääëÅÜ~Ñí=Ó=aÉê=^êÄÉáíëâêÉáë=ïáêÇ=ÖÉÑ ∏ êÇÉêí=îçå=ÇÉê=bêáÅÜJ_êçëíJpíáÑìåÖK= iÉáíìåÖW=aêK=jáÅÜ~Éä=_ Ω êëÅÜI=jÇ_K=hççêÇáå~íáçåW=^äÄêÉÅÜí=hçëÅÜ Ω íòâÉI=^ÄíÉáäìåÖ=hçããìåáâ~íáçå= ìåÇ=dêìåÇë~íòÑê~ÖÉåI=cêáÉÇêáÅÜJbÄÉêíJpíáÑíìåÖI=RPNTM=_çååI=bJj~áäW=^äÄêÉÅÜíKhçëÅÜìÉíòâÉ]ÑÉëKÇÉ= ^êÄÉáíëâêÉáë= _ Ω êÖÉêÖÉëÉääëÅÜ~Ñí ìåÇ=^âíáîáÉêÉåÇÉê pí~~í=
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