These 2 Transparenz eines Systems bestimmt entscheidend das Bild von Bürokratie Problem Das Bild von Bürokratie hat sich in der Öffentlichkeit und bei Unternehmern trotz der verschiedenen Deregulierungsbemühungen(z.B. Waffenschmidt-, Schlichter- und Ludewig-Kommission sowie das daraus resultierende Genehmigungsverfahrensbeschleunigungsgesetz) kaum geändert. Nachfragen bei Unternehmern haben gezeigt, dass einzelne Vorschriften, die von Institutionen immer wieder als wesentliche Hemmnisse genannt wurden, nicht die erwartete herausragende Bedeutung haben. Vielmehr beklagen vor allem kleine Unternehmen die mangelnde Transparenz der zu befolgenden Bestimmungen. Hier ist also nicht eine einzelne Regelung die Ursache für das Problem, sondern die Menge und die Erkennbarkeit von Anforderungen, denen sich Unternehmen gegenüber sehen. 9 Intransparenz eines Regulierungssystems ist auf verschiedene Weise mit Lasten für Unternehmen verbunden: Erstens erhöht sie die Informations- und Transaktionskosten, sei es durch den zeitlichen Aufwand oder durch die Bezahlung externer Berater. Zweitens birgt ein solches System ein hohes Risiko, dass ein Unternehmer Fehler- einschließlich der Unterlassung- begeht, die zu Kosten oder sogar zur Aufgabe der Unternehmung führen können. Drittens erleiden vor allem kleine Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil, da sie im Gegensatz zu Großunternehmen keine eigenen Kapazitäten für administrative Verpflichtungen vorhalten können. Obwohl bei keinem Rechtsbereich wirklich von Transparenz gesprochen werden kann, so betreffen doch eine Reihe von Klagen insbesondere das Steuerrecht. Ein anderer Bereich ist der Arbeitsschutz, obwohl dieser nicht so häufig genannt wird, da ein Unternehmer nicht in jedem Fall mit dem Arbeitsschutz durch eine Behörde konfrontiert wird im Gegensatz zum Steuerrecht, das durch das Finanzamt dem Unternehmer immer in Erinnerung gerufen wird. Der Arbeitsschutz ist ein Beispiel für mögliche folgenschwere Fehler aufgrund von Unterlassen, was nicht zuletzt auf das arbeitsschutzrechtliche, insbesondere berufsgenossenschaftliche Regelwerk zurückzuführen ist. 9 Vgl. Schorn/Krantz/Friedrich: Abbau bürokratischer Hemmnisse bei Existenzgründungen und-übernahmen, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, 2000 sowie Schröer/Holz: Verwaltungsbedingter Zeitaufwand für die Umsetzung von Gründungsvorhaben, IfM-Materialien Nr. 144, 2000 6
Druckschrift
Wo drückt der Schuh? - Die zehn Hauptprobleme des Deutschen Mittelstands : Expertengespräch, Mittwoch, 4. Dezember 2002 [...] Berlin ; Thesen des Instituts für Wirtschafts- und Politikforschung, IWP, Köln, erstellt im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, November 2002
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