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Gerechtigkeit in der kulturell pluralistischen Gesellschaft
Entstehung
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PO Po L lit I is C ch Y e Akademie Gerechtigkeit in der kulturell pluralistischen Gesellschaft Die Frage der Gerechtigkeit in kulturell pluralistischen Gesellschaften ist hochak­tuell, dafür sind die Revolten in den fran­zösischen Vorstädten ebenso ein Beleg wie die Erschütterung der niederländischen Gesellschaft nach der Ermordung des Filme­machers Theo van Gogh oder die deutsche Kontroverse um das Tragen des Kopftuchs im Öffentlichen Dienst. Die Institutionen demokratischer Teilhabe erscheinen, ge­rade weil sie von den sozialen und kultu­rellen Differenzen der Bürger absehen, ungenügend, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gewährleisten. Doch wenn die liberale Vorstellung von Gerechtigkeit, die einst eine Stärke gesell­schaftlicher Integration ausmachte, sich angesichts der Tendenzen zu Segregation als schwach erweist, wie muss dann ein Gerechtigkeitskonzept aussehen, das einem von allen geteilten Verständnis entspringt und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft vermittelt? Inwieweit lässt sich dieses Verständnis wecken, indem kul­turelle Differenzen anerkannt werden, und bis zu welchem Maße ist dies möglich, ohne dass die Gesellschaft zu den sie tragen­den Gerechtigkeitsvorstellungen in Wider­spruch gerät?