Bettina Westle Generationengerechte politische Teilhabe Generationengerechte politische Teilhabe Von Bettina Westle 1. Einleitung Unter dem Schlagwort demografischer Wandel werden gegenwärtig eine Vielzahl von Veränderungen der Zusammensetzung der Bevölkerung in Deutschland im Rahmen von Modernisierungsprozessen thematisiert. Dazu gehören insbesondere der Bevölkerungsrückgang und die Erhöhung des Altersdurchschnitts durch die gesunkene Geburtenrate und die Verlängerung der Lebenszeit infolge verbesserter Lebensbedingungen und medizinischer Versorgung, die Vergrößerung ethnisch-kultureller Heterogenität durch zunehmende Migration, die Zunahme von Single-Haushalten im Zuge veränderter Lebensentwürfe, Prozesse der Säkularisierung und die Entwicklung neuer regionaler Disparitäten nach der deutschen Vereinigung. Diese Wandlungsprozesse erfolgen vor dem Hintergrund anderer Veränderungen, die sich mit dem Stichwort der Globalisierung andeuten lassen, welche zu weit reichenden Veränderungen der ökonomischen Wettbewerbsbedingungen führt. Auswirkungen dieser Prozesse sind in einigen Politikfeldern bereits deutlich spürbar und haben zu mancherlei Paradoxien beigetragen. Man denke hierbei etwa an Diskussionen um Einwanderungsquoten und Konzepte deutscher Leitkultur versus Multikulturalismus oder an das Problem der Sicherung der Renten und die Debatte um eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit bei gleichzeitig massiver Arbeitslosigkeit. Die durch das Vorziehen der Wahlen zum Bundestag am 18. September 2005 verschärfte Diskussion um Reformblockaden, Reformmöglichkeiten und –grenzen sowie mit den Reformperspektiven zusammenhängende Verunsicherungen und Zukunftsängste lassen erneut die Rede von der Politikverdrossenheit in der Republik umgehen. Aber: Politik wird zwar von den Politikern„gemacht“, in der Demokratie jedoch für die Bevölkerung und von der Bevölkerung legitimiert. Damit diese Legitimation nicht sinnentleert wird, bedarf es auf Seiten der Parteien und ihrer Kandidaten eines attraktiven politischen Angebotsspektrums und auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger effektiver www.fes-online-akademie.de Seite 1
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